Kulturanleitung für Kartoffeln – Gartenratgeber

Kartoffeln gedeihen auf fast jedem Boden, nur Staunässe mögen sie nicht.

Düngung: Kartoffeln gehören zu den Starkzehrern. Sie vertragen daher kräftige Düngung, die idealerweise bereits im Herbst in organischer Form (verrotteter Mist oder Kompost) ausgebracht wird. Frischen Mist verträgt die Pflanze nicht. Im Frühjahr können Sie den Stickstoff in Form von Hornspänen als langsam fließende Quelle in den Boden bringen. Bedenken Sie aber, dass hohe Stickstoffgaben zwar hohe Erträge bringen, der Geschmack aber darunter leidet. Empfehlung: Maximal 1 kg reinen Stickstoff / 100 m². Kartoffeln haben im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen einen hohen Kaliumverbrauch. Unsere Gartenböden sind in der Regel jedoch ausreichend mit Kalium versorgt. Wird durch eine Bodenuntersuchung ein niedriger Gehalt an Kalium im Boden festgestellt, sollte er in Form von Patentkali gedüngt werden. Eine gute Kaliumversorgung verbessert die Haltbarkeit bei der Lagerung.

Pflanzung: Beim Pflanzen sind nur gesunde, möglichst vorgekeimte Kartoffeln zu verwenden. Um sicher zu gehen, dass die Knollen in einem guten Gesundheitszustand sind, sollte nur zertifiziertes Pflanzgut verwendet werden.

Im zeitigen Frühjahr werden die Knollen zum Ankeimen ans Licht gestellt. Die Raumtemperatur sollte 10 – 15 °C betragen. Die Knollen bilden durch den Lichteinfluss kurze, feste Keime, die beim Pflanzen nicht abbrechen.

Anfang bis Mitte April kann auf leichten Böden gepflanzt werden. Anfang April bei nicht vorgekeimten Kartoffeln, Mitte April vorgekeimte Knollen. Auf schweren Böden wird nach ausreichender Abtrocknung des Bodens Ende April bis Anfang Mai gepflanzt. Hier ist es besonders wichtig, vorgekeimte Kartoffeln zu verwenden. Bei einem Reihenabstand von 75 cm sollte der Abstand in der Reihe ca. 35 cm betragen. Beim Pflanzen gilt die Regel, dass die Kartoffeln nicht tiefer gepflanzt werden dürfen, als die Knolle dick ist. Durch die Verwendung von Anzuchtvliesen kann eine Verfrühung der Ernte erreicht werden.

Pflanzen Sie die Kartoffeln in 20 – 30 cm hohe Dämme. Diese erwärmen sich schneller und die spätere Ernte wird dadurch erleichtert.

Pflege: Ziel der Pflegearbeiten ist es, die Unkräuter wirksam zu regulieren, den Boden zu krümeln und einen gut geformten Damm herzustellen.

Als erste Arbeit wird einige Tage nach dem Pflanzen der flache Damm hochgehäufelt. Wiederum nach einigen Tagen wird der Damm abgestriegelt. Anschließend werden, je nach Unkrautwachstum, diese Arbeitsgänge wiederholt. Als letzte Maßnahme sollte ein möglichst großer Damm angehäufelt werden. Diese Maßnahme dient zur Vermeidung der Knolleninfektion mit Erregern der Kraut- und Knollenfäule.

Achten Sie auf Kartoffelkäfer und deren Larven und sammeln Sie diese beim ersten Auftreten ab.

Kraut- und Knollenfäule: Wenn die Kartoffelpflanzen voll ausgewachsen sind, beginnen sie meist auch schon bald, ca. Mitte Juli bis Anfang August, abzusterben. Dies ist bedingt durch den Pilz Phytophthora infestans, den Erreger der Kraut- und Knollenfäule. Ein frühes Auftreten kann erhebliche Ertragseinbußen zur Folge haben. Die wichtigste Maßnahme gegen die Krautfäule ist das zeitige Pflanzen von vorgekeimten Kartoffeln. Dadurch ist am ehesten sichergestellt, dass beim Absterben des Krautes bereits ein befriedigender Ertrag angesetzt hat.

Ernte: Je nach Sorte beginnt die Ernte ab Anfang Juni bis in den Herbst hinein. Frühkartoffeln können geerntet werden, sobald die Knollen eine akzeptable Größe erreicht haben. Das Kraut kann noch grün sein. Frühkartoffeln sind nicht lange lagerfähig. Am besten ernten Sie immer frisch. Lagerkartoffeln – mittelfrühe und späte Sorten – müssen voll ausgereift sein. Als Zeichen für die Reife gilt, dass sich die Schale nicht mehr mit dem Finger abreiben lässt. Ernten Sie bei trockenem Wetter. Die Knollen sollten vor der Einlagerung einige Stunden auf dem Boden abtrocknen.

Lagerung: Kartoffeln sollen dunkel, trocken und luftig bei 4 °C bis 8 °C gelagert werden. Zur Lagerung eignen sich frostfreie Mieten oder Horden und Kisten im Keller.

Hier finden Sie weitere sehr hilfreiche Informationen:

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Christel Fohlei aus Neuhofen in Rheinland-Pfalz.
Ende des Beitrags 1-2015-134-2145-3

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