Asterix auf Korsika – Band 20 (DE)

Originaltitel: Astérix en Corse

Handlung:

Die Bewohner des gallischen Dorfes geben aus Anlass des Jahrestages der Schlacht von Gergovia ein Fest, zu dem viele Freunde von außerhalb eingeladen sind und somit verschiedene Figuren früherer Asterix-Bände erscheinen. Als besondere Überraschung bieten die Gallier ihren Freunden eine Prügelei mit den Römern, bei der sie den korsischen Gefangenen Osolemirnix befreien. Dieser erzählt von seiner Heimat Korsika, Asterix und Obelix werden neugierig und begleiten ihn dorthin. Die Römer auf dieser Insel sind, mit Ausnahme des übereifrigen Studicus, zumeist desillusioniert und apathisch – da größtenteils strafversetzt. Der Prätor Crassus Vampus plant, mit den Steuereinnahmen zu verschwinden, aber Asterix gelingt die unglaubliche Leistung, die zerstrittenen korsischen Sippenoberhäupter (wenigstens vorübergehend) zu versöhnen und zum – letztlich siegreichen – Kampf gegen die Römer zu überreden. Nach der Rückkehr ins Dorf endet der Band mit dem traditionellen Festmahl.

Information:

Im Gegensatz zu den meisten anderen Asterix-Bänden beginnt „Asterix auf Korsika“ nicht mit der Karte Galliens und den Hauptpersonen, sondern mit einem Geleitwort. Zuvor findet sich eine Karte Korsikas, auf der neben den vier historischen Städten 46 fiktive Römerlager mit humorvollen Namen (beispielsweise Opossum, Hauteuchdrum oder Iamaicarum) verzeichnet sind – alle ausschließlich an der Küste gelegen. Dies spielt auf die für Korsika bekannten, an der Küste erbauten, mehr oder weniger gut erhaltenen, die gesamte Insel umgebenden meist genuesischen Türme an.

Wie andere Bände der Asterix-Reihe schöpft „Asterix auf Korsika“ einen Teil seines Humors aus den klischeehaften, stereotypen Darstellungen eines Volkes, in diesem Fall der Korsen. Diese legen im Band viel Wert auf ihre Mittagsruhe (Siesta) und die Familienehre, es herrschen über Jahrhunderte festgefahrene Sippenstreite und Blutrache. Streitigkeiten und Ehrverletzungen wird mit bei jeder Gelegenheit zum Vorschein kommenden – im Gegensatz zu den sonst geläufigen Schwertern unsichtbaren – Klappmessern begegnet. Bei der Ernährung spielen die typischen freilaufenden Schweine, die Esskastanie (tatsächlich früher ein Hauptnahrungsmittel der Korsen) und der korsische Käse (vgl. Casu Marzu), der durch seinen Gestank sogar das Schiff der Piraten zur Explosion bringt, eine wichtige Rolle. Ebenso finden sich Anspielungen an Napoleon, der aus Korsika stammte, und mehrere Cameo-Auftritte: Pierre Tchernia, der als Drehbuchautor mehrerer Asterix-Verfilmungen in Erscheinung trat, ist in der Gestalt des Zenturios Parvulus verkörpert; der französische Schauspieler Raimu erscheint, wie schon im Band Tour de France, als Wirt Kneipix.

Wie die Namen der Gallier enden die Namen der Korsen auf -ix. Der Name des Anführers der Korsen, Osolemirnix, ist eine Anspielung auf den Schlager „O sole mio“ des auf Korsika geborenen Musikers Tino Rossi (1907-1983). Im französischen Original trägt er den Namen Ocaterinetabelatchitchix, der ebenfalls auf ein Lied von Rossi zurückgeht („Ô Catarinetta bella, tchi-tchi“), das jedoch außerhalb Frankreichs weitgehend unbekannt ist. Die Namen korsischer Frauen jedoch enden nicht auf -ine, sondern romanisch auf -a. Die Römer tragen die üblichen, auf -us endenden Phantasienamen.

Die Insel Korsika kam im Zug des 1. Punischen Krieges 238 vor Christus unter römische Oberhoheit. Die Stadt Aleria, im Band Sitz des Prätors, wurde im 6. Jahrhundert vor Christus als Alalia von Griechen aus Phokäa gegründet. Später wurde sie von den Römern kolonialisiert und von Julius Caesar ausgebaut. Auch die anderen auf einer Karte zu Beginn des Bandes verzeichneten Städte (Mariana, Agylla und Portus Syracusanus) sind geschichtlich belegt.

1975 erstmalig in Deutschland erschienen.

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Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Rangar Odesch aus Paderborn in Nordrhein-Westfalen.
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