Was sind Pestizide? – Die Frage des Tages

In der modernen Landwirtschaft spielen sogenannte Pestizide eine große Rolle. Der Begriff ist aus lateinischen Wörtern für Seuche beziehungsweise Geißel sowie töten zusammengesetzt und bezeichnet chemische Stoffe, die eingesetzt werden, um Pflanzen zu schützen und hohe Ernteerträge zu sichern. So nützlich Pestizide in dieser Hinsicht sind – sie sind aus einer Reihe von Gründen heftig umstritten. Warum? Was genau bewirken Pestizide?

Antwort: Das Bundesforschungsministerium beschreibt Pestizide als chemische Stoffe, die gezielt Schadorganismen schwächen, töten, vertreiben oder in Keimung, Wachstum oder Vermehrung hemmen. Solche Stoffe werden gegen Unkräuter ebenso eingesetzt wie beispielsweise gegen Schimmelpilze oder Insekten, die Pflanzen schädigen könnten. Mit anderen Worten: Hinter dem Ausdruck ‚Pestizide‘ können sich viele unterschiedliche Stoffe verbergen, natürliche ebenso wie künstlich hergestellte. Die Wirkung der unterschiedlichen Pestizide ist Thema einer großen Zahl von wissenschaftlichen Arbeiten. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig zum Beispiel interessiert sich besonders für mögliche Auswirkungen auf die Artenvielfalt. In einer Anfang 2013 veröffentlichten Studie konnten Mitarbeiter des Forschungszentrums zeigen, dass einige in Europa eingesetzte Pestizide die Zahl der Arten von wirbellosen Tieren, wie etwa Schnecken, die in bestimmten Fließgewässern vorkommen, um bis zu 42 Prozent verringern können. Bei Amphibien wie Fröschen wiesen Wissenschaftler nach, dass viele Tiere unter dem Einfluss von Pestiziden sterben. Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND] wirken sich die Stoffe in allen Entwicklungsstadien der Tiere aus, das heißt sowohl auf den Laich und die Kaulquappen als auch auf die erwachsenen Amphibien. Die Auswirkungen sind im Hormonhaushalt ebenso nachweisbar wie im Immunsystem. Für die menschliche Gesundheit können Pestizidrückstände in Obst und Gemüse eine Gefahr darstellen. Zu den Aufgaben des Bundesinstituts für Risikobewertung gehört es deshalb auch, mögliche Gefahren beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu erkennen und zu bewerten.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Joyce Horner aus Dietenheim in Baden-Württemberg.
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