12 Fakten über … Kryptowährungen – Ratgeber für das digitale Gold

Was der Bitcoin ist und wofür man ihn braucht

1. Fakt: Was sind Kryptowährungen?
Kryptowährungen sind digitale Währungen, die mithilfe von Computern geschaffen und verwaltet werden. Manche ähneln dem Euro oder dem US-Dollar, können gehandelt und in bestimmten Fällen zum Bezahlen verwendet werden. Es gibt sie jedoch digital und nicht in Form von Münzen und Scheinen.

2. Fakt: Welche Kryptowährungen gibt es?
Die Internetseite CoinMarketCap (www.coinmarketcap.com) verzeichnet aktuell mehr als 11.000 Kryptowährungen, „aber nur ein Teil davon möchte Geld sein“, so der Gründer der Plattform BitMoin (www.bitmoin.de) , einem Beratungsunternehmen für Bitcoin, Vorträge und Workshops. Er lehrt als Dozent für Kryptowährungen an der Hochschule Bremen sowie am International Graduate Center Bremen. Die älteste und mit Abstand größte und bekannteste Kryptowährung ist der Bitcoin (BTC). Er hat mit rund 750 Milliarden US-Dollar (Stand: 28. Juli 2021) die größte Marktkapitalisierung. Das bedeutet: Die Anzahl aller Bitcoin (derzeit ca. 18,8 Millionen) multipliziert mit dem aktuellen Marktwert eines einzelnen Bitcoins (etwa 39.800 US-Dollar).

3. Fakt: Wofür braucht man Bitcoin?
Wie auch der Euro kann der Bitcoin als Tauschmittel für Waren und Dienstleistungen genutzt werden. Außerdem kann BTC zur Wertanlage genutzt werden. Als Bürger zum Beispiel in Bremen braucht man Bitcoin nicht – zumindest nicht als Werkzeug. Es gibt ein funktionierendes Bankensystem, die Menschen können mit Euro bezahlen. Das ist aber der Blick aus der westlichen Welt. In anderen Ländern braucht man den Bitcoin, um autoritären Regimen zu entfliehen. Beispiel: Demonstranten in Hongkong oder Belarus können die Konten gesperrt werden, Bitcoin können sie dennoch empfangen. Der russische Oppositionelle und Aktivist Alexei Nawalny hat seine Spenden in BTC bekommen. Laut einer Studie der Nichtregierungsorganisation (NGO) Human Rights Foundation (www.hrf.org) leben 54 % der Menschen auf der Welt in autoritären Regimen. Und über eine Milliarde Menschen haben kein Bankkonto, die sind von der Wirtschaftlichkeit komplett ausgeschlossen. Deswegen hat das Land El Salvador auch beschlossen, Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel zu machen. Dort haben 70 % der Bürger kein Bankkonto, aber die meisten haben ein Handy. In Verbindung mit dem Internet ist das alles, was man braucht, um Bitcoin zu benutzen.

4. Fakt: Wie unterscheidet sich der Bitcoin vom Euro?
Auch wenn der Euro auf vielen Bankkonten nur digital existiert und hin und hergeschoben wird, gibt es große Unterschiede zum Bitcoin. Bitcoin ist eine kluge Kombination aus bestehenden Technologien. Bitcoin hat folgende Eigenschaften: Er ist dezentral, weil die Kryptowährung durch ein Netzwerk und nicht durch Mittelsmänner wie Banken verwaltet wird. Bitcoin ist offen – jeder kann mitmachen und etwa BTC über Ländergrenzen versenden. Das Bitcoin-System ist neutral und resistent gegenüber Zensur, weil Mittelsmänner wie Banken oder Regierungen keinen direkten Einfluss nehmen können. Eine weitere Eigenschaft ist, dass Bitcoin eine festgelegte Obergrenze hat. Diese liegt bei 21 Millionen BTC. Das ist im System festgelegt. Im Gegensatz zu Währungen wie dem Euro, bei dem Zentralbanken neues Geld erschaffen können, ist das beim Bitcoin nicht möglich, wodurch es keine Inflation gibt.

5. Fakt: Was sind die Vorteile und Nachteile des Bitcoins?
Viele Vorteile des Bitcoins liegen in den beschriebenen Eigenschaften. Befürworter sehen in ihm ein Mittel zu einem demokratischen Finanzsystem, das zu mehr Gerechtigkeit und so einer besseren Welt führen kann. Es gibt aber auch viel Kritik am Bitcoin. Bemängelt wird oft der hohe Stromverbrauch. Der Bitcoin verbraucht mehr Strom als die Niederlande in einem Jahr. Der Grund ist das dezentrale Netzwerk an Computern, deren Rechenleistung viel Energie verbraucht. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk pseudonym sind – das heißt, dass die Personen hinter den Transaktionen meist unerkannt bleiben. Das ist einer der Gründe, weshalb BTC auch für illegale Geschäfte im Darknet oder bei Erpressung durch Cyberkriminelle verwendet wird. Die Kritik am BTC mag berechtigt sein, allerdings nur teilweise. Auch Euro und Dollar werden für illegale Geschäfte genutzt; die jeweilige Währung kann nichts für ihren Verwendungszweck. Der Stromverbrauch ist tatsächlich hoch, dafür bietet der Bitcoin durch sein System auch ein hohes Maß an Sicherheit. Über einen längeren Zeitraum ist der Wert des Bitcoins zwar gestiegen, ob das so bleibt, ist jedoch unklar. Im Gegensatz zu einer Aktie, die den Wert eines Unternehmens abbildet, ist der Bitcoin nicht an etwas geknüpft, das im Wert steigt.

6. Fakt: Wieso schwankt der Bitcoin-Kurs so stark?
Im Vergleich zum Euro oder Gold ist die Marktkapitalisierung deutlich geringer, und nur wenige Menschen nutzen den Bitcoin. Je größer der Markt, desto weniger volatil ist der Kurs. Staaten wie China versuchen den Bitcoin zu regulieren, was sich oft negativ auf dessen Kurs auswirkt. Auch Nachrichten wie die schlechte Klimabilanz des Bitcoins wirken sich auf den Kurs aus. Bis 2017 lag der BTC-Kurs noch bei unter 1.000 Euro pro Bitcoin. Mittlerweile ist er bei 33.700 Euro, am 13. April 2021 hatte er seinen bisher Höchstwert von rund 53.300 Euro.

7. Fakt: Wie entstehen Bitcoins?
Bitcoins entstehen durch das sogenannte Mining, abgeleitet von den Goldgräbern, die das Edelmetall schürfen. Sinn und Zweck von Mining ist es nicht allein, neue Bitcoin zu schürfen, sondern Miner sind vielmehr der Buchhaltungsservice von Bitcoin. Für diese Arbeit werden die Miner mit Bitcoins entlohnt.

8. Fakt: Wie bewahre ich Bitcoins auf?
Bitcoin gibt es nur in der Blockchain, sie können nicht heruntergeladen werden. Um den Besitz eines Bitcoins nachzuweisen, gibt es sogenannte Wallets (englisch für Brieftasche). Wer einen Bitcoin erwerben will, braucht zunächst so ein Wallet. Sie speichern die privaten Schlüssel, mit denen auf das Bitcoin-Vermögen zugegriffen werden kann. Wallets gibt es als Online-Services oder auch als Hardware, vergleichbar mit einem USB-Stick.

9. Fakt: Wie kaufe ich Bitcoins?
Bitcoins können entweder direkt von Person zu Person gehandelt oder auf Online-Börsen im Internet gekauft werden. Wie beim Handel mit Dollar oder Euro gibt es einen Wechselkurs.

10. Fakt: Wo kann ich mit Bitcoin bezahlen?
Bislang kann man im Alltag nur selten mit Kryptowährungen bezahlen. Der Zahlungsdienstleister PayPal hatte Ende März 2021 die Zahlung mit den Kryptowährungen Bitcoin, BitcoinCash, Ether und Litecoin eingeführt, vorerst nur in den USA. Eine weitere Möglichkeit, in Deutschland mit Bitcoin zu zahlen, ist der Lieferdienst Lieferando.

11. Fakt: Wie sieht die Zukunft von Bitcoin und Kryptowährungen aus?
Am Anfang haben die Leute gesagt, Bitcoin benutzen ja nur Nerds. Dann wurde gesagt, es sei nur ein Spekulationsobjekt, dann wurde gesagt, nur kleine Unternehmen halten Bitcoin. Später sagten Kritiker dann, nie würde ein Land Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. Es darf niemanden wundern, wenn in den nächsten Jahren weitere Länder Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptieren. Wohin die Reise für den Bitcoin geht, weiß niemand. Als das Internet noch neu war, war auch nicht klar, was aus der neuen Technologie wird. Wenn man die Analogie zum Internet nimmt, kann man sagen, dass wir uns beim Bitcoin noch in den frühen 90er-Jahren befinden – da kann noch ganz viel passieren.

12. Fakt: Bitcoin als Investition?
Bitcoin kann zur Wertanlage genutzt werden, die Investition gilt aufgrund seiner hohen Wertschwankungen als spekulativ. Im Vergleich zu anderen Kryptowährungen ist der Bitcoin wohl noch am wenigsten riskant. Experten der Verbraucherzentralen warnen allerdings: Bitcoin sind hoch spekulativ und eignen sich nicht für langfristige Anlagen. Wer also Vermögen, beispielsweise für die Rente, aufbauen will, sollte das mit anderen Anlageformen tun.

 

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Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Lars Wendler aus Soltau in Niedersachsen.
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