Wo entstand Landwirtschaft? – Die Frage des Tages

Wo entstand die Landwirtschaft?

Vor etwa 11.700 Jahren endete nach heutigem Kenntnisstand die letzte ausgedehnte Kaltzeit, eine lange Phase, in der Nordeuropa unter einem kilometerdicken Eisschild lag. Nach dem Ende dieser Phase entwickelten sich die ersten bäuerlichen Kulturen. Wo entstand die Landwirtschaft?

Antwort: Wann genau und wo die ersten Menschen anfingen, Äcker zu bestellen, ist für Forscher schwer zu ermitteln. Fachleute gehen davon aus, dass zum Beispiel in China und auch auf dem amerikanischen Kontinent schon früh Landwirtschaft betrieben wurde. Erwiesen ist, dass das Gebiet des sogenannten Fruchtbaren Halbmonds in der Geschichte der Landwirtschaft von Anfang an eine wichtige Rolle spielte. Als Fruchtbarer Halbmond wird ein halbkreisförmiger Bereich mit Steppenlandschaften bezeichnet, der sich von Israel, dem Libanon und Jordanien über Syrien und die südliche Türkei bis zum Irak und Iran erstreckt. Das Gebiet, das die Wüsten und Halbwüsten des arabischen Raums umschließt, ist dadurch gekennzeichnet, dass Landwirtschaft ohne Bewässerung möglich ist. Überreste aus der Steinzeit belegen, dass nicht nur der Getreideanbau, sondern auch die Haustierzucht in der Region bereits vor vielen Jahrtausenden eine große Rolle im Leben der Menschen spielte. Die Bezeichnung Fruchtbarer Halbmond geht auf den US-amerikanischen Ägyptologen und Historiker James Henry Breasted (1865 bis 1935) zurück. Die Möglichkeit, Landwirtschaft zu betreiben, war auch für die Entwicklung der ersten Hochkulturen von großer Bedeutung. Fruchtbare Flusstäler boten gute Voraussetzungen für die Entstehung solcher Kulturen, zu deren Merkmalen die Arbeitsteilung, die Nutzung der Schrift und der Aufbau von Verwaltungen gehörten. Hochkulturen entwickelten sich unter anderem in Ägypten und in Mesopotamien, das heißt im Gebiet zwischen Euphrat und Tigris. Wenn im Frühjahr im Kaukasusgebirge, dem Quellgebiet von Euphrat und Tigris, der Schnee schmolz, führte dies zu Überschwemmungen. Nach dem Rückgang des Frühjahrshochwassers gediehen auf den Überschwemmungsflächen Pflanzen, die wegen der Hitze und der Trockenheit in der Region bald wieder zugrunde gingen. Um das Gebiet dennoch landwirtschaftlich nutzen zu können, legten die Menschen Bewässerungskanäle an.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Markus Krüger aus Bissendorf in Niedersachsen.
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