Was wird aus dem Permafrost? – Die Frage des Tages

Von Permafrostböden sprechen Wissenschaftler, wenn die Temperatur mindestens zwei Jahre lang unterhalb von null Grad Celsius bleibt. Zu finden sind solche Böden zum Beispiel in Alaska, Kanada, Grönland und Russland.

In Jakutien, einem Gebiet im Nordosten Russlands, reicht der Permafrost bis in Tiefen von 1.500 Metern. In vielen Gebieten der Arktis ist selbst unter den Schelfmeeren Permafrost zu finden. Vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung der vergangenen Jahrzehnte und voraussichtlich weiter steigender Temperaturen befürchten Forscher, dass Permafrostböden auftauen könnten. Wenn die Temperatur steigt, nimmt die Stoffwechselaktivität von Mikroorganismen zu. Dadurch wird das Treibhausgas Methan freigesetzt, das die Erwärmung verstärkt. Welche neuen Erkenntnisse gibt es?

Antwort: Forscher des Alfred-Wegener-Instituts haben Daten zur Entwicklung der vor allem aus gefrorenem Material bestehenden Steilküsten Ostsibiriens in den vergangenen 40 Jahren ausgewertet. Das Ergebnis: Die Küsten erodieren immer schneller. Das heißt: Von ihnen wird zunehmend Material abgetragen. Die Ursache sehen die Wissenschaftler in den steigenden Sommertemperaturen in den russischen Permafrostgebieten sowie im Rückgang des arktischen Meereises. Ohne dieses Eis sei es für Wellen leichter, die Küste zu unterspülen. In den zurückliegenden 40 Jahren zogen sich die untersuchten Küstenabschnitte im Durchschnitt um 2,2 Meter pro Jahr zurück. Dieser Wert ist in den Jahren von 2009 bis 2013 mindestens um das 1,6-Fache, über große Abschnitte auch um das 2,4-Fache auf 5,3 Meter pro Jahr gestiegen. Besonders betroffen ist nach den Erkenntnissen der Experten die kleine Insel Muostakh östlich des Lena-Deltas. Sie könnte demnach dem anhaltenden Landverlust auf Dauer sogar ganz zum Opfer fallen. Die Küstenerosion hat auch zur Folge, dass große Mengen an Kohlenstoff aus Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen ins Meer gespült werden. Dort kann daraus Kohlensäure entstehen, mit der Folge, dass sich der Säuregrad des Meerwassers verändert.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Christian Vogel aus Blankenfelde in Brandenburg.
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