Was fördert Langlebigkeit? – Die Frage des Tages

Zu den vielen Fragen, die Wissenschaftler beschäftigen, gehört auch die, welche Faktoren Einfluss auf die Lebenserwartung haben. Dass ein gesundes Leben die Wahrscheinlichkeit erhöht, ein hohes Alter zu erreichen, lehren die Beispiele zahlreicher Menschen.

In vielen Ländern – darunter auch Deutschland – haben Forscher zudem festgestellt, dass Frauen im Schnitt deutlich älter werden. Dies wird nicht nur mit einer gesünderen Lebensweise, sondern auch mit genetischen Faktoren in Verbindung gebracht. Bei zahlreichen Tierarten gibt es einen Zusammenhang zwischen der Größe und der Lebenserwartung. So haben Wissenschaftler der Universität Göttingen vor einiger Zeit in einer Fachzeitschrift berichtet, dass große Hunderassen durchschnittlich im Alter von fünf bis acht Jahren sterben, während kleine Rassen ein durchschnittliches Alter von zehn bis 14 Jahren erreichten. Möglicherweise ist die niedrigere Lebenserwartung großer Rassen die Folge eines übermäßig schnellen Wachstums. Wie aber steht es um die Beziehung zwischen Langlebigkeit und grundlegenden Verhaltensweisen? Gibt es besondere Persönlichkeitsmerkmale, die langlebige Lebewesen auszeichnen?

Antwort: Verhaltensbiologen der Universität Zürich sind dieser Frage am Beispiel von Mäusen nachgegangen. Wie die Forschergruppe um im Fachjournal „PLOS ONE“ berichtete, waren unter den beobachteten Tieren auch weibliche Mäuse, von denen bekannt ist, dass sie aufgrund einer bestimmten Erbgutvariante besonders lange leben. Die Wissenschaftler erfassten das Risikoverhalten, den Aktivitätsgrad, den Entdeckungsdrang und den Energieverbrauch der Tiere. Den Hintergrund bildete nach ihren Angaben die in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelte „ Life-history-Theorie“ (Theorie der Lebensgeschichte). Diese geht davon aus, dass sich Lebewesen begrenzte Ressourcen wie Energie oder Nahrung einteilen müssen, sprich: Sie können für ihr Wachstum, ihre Gesundheit oder ihre Fortpflanzung nur begrenzte Ressourcen einsetzen. Nach Darstellung der Gruppe um Auclair legt die Theorie den Schluss nahe, dass Tiere mit einer besonders hohen Lebenserwartung sparsamer mit Ressourcen umgehen, das heißt zum Beispiel weniger aktiv und entdeckungsfreudig sind. Die Beobachtungen hätten gezeigt, dass die besonders langlebigen weiblichen Mäuse tatsächlich weniger aktiv seien. Sie kämen mit weniger Nahrung aus und zeigten keinen so starken Entdeckungsdrang wie die anderen Tiere. Das Ergebnis der Studie: Es konnte erstmals ein Zusammenhang zwischen einem genetischen Element, das die Lebenserwartung beeinflusst, und der Persönlichkeit nachgewiesen werden.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Antje Kamal aus Berlin.
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