Seit wann gibt es Kleber? – Die Frage des Tages

Seit wann gibt es Kleber?

Ob es darum geht, die Teile einer zerbrochenen Tasse zusammenzufügen, einen abgebrochenen Absatz an einem Schuh zu befestigen oder einen Raum zu tapezieren: Das Kleben spielt in vielen Lebensbereichen eine Rolle und ist aus dem Alltag schon lange nicht mehr wegzudenken. Längst ist das Kleben zudem zu einer Wissenschaft für sich geworden, wie nicht zuletzt das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung in Bremen beweist: Die Entwicklung von Klebetechniken spielt in der Arbeit des Instituts eine herausragende Rolle. Wo aber liegen die Anfänge? Seit wann nutzen Menschen Klebstoffe?

Antwort: Sicher ist, dass schon die Menschen der Steinzeit Klebeeigenschaften von Stoffen zu nutzen wussten. Zu solchen Stoffen gehören zum Beispiel Baumharze. Zahlreiche Funde belegen, dass in der Steinzeit Birkenpech zum Kleben verwendet wurde. Gewonnen wurde dieser Klebstoff, indem Birkenrinde erhitzt wurde. Birkenpech wurde unter anderem genutzt, um Pfeilspitzen zu befestigen oder Gefäße abzudichten. Aus Erdöl, das an die Erdoberfläche gelangt, kann unter dem Einfluss von Luftsauerstoff und wegen der Verdunstung bestimmter Bestandteile ein zähflüssiges Gemisch entstehen: Asphalt. Dieses Material wurde bereits in der Antike für unterschiedliche Zwecke verwendet. So hatten sumerische Häuser vor mehr als fünftausend Jahren Wände aus Rohrmatten, die mit Asphalt bestrichen waren. Asphalt wurde zu jener Zeit auch genutzt, um Gefäße, Körbe und Wasserleitungen abzudichten oder Mosaiken – etwa aus Muschelschalen – Halt zu geben. In Ur, einer der ältesten sumerischen Städte, entstand vor etwa viertausend Jahren ein Turm mit Ziegeln, die in Asphalt eingelegt waren. Kleber auf der Grundlage synthetisch hergestellter Rohstoffe spielen nach Angaben des Industrieverbandes Klebstoffe erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine Rolle. Herausragende Bedeutung hat dabei ein Rohstoff namens Polyvinylacetat erlangt. In den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts sind Carboxymethyl- und Methylcellulose als Malerleime und Tapetenkleister auf den Markt gekommen.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Martina Repka aus Könnern in Sachsen-Anhalt.
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