Arbeiten mit Gießholz

Gießholz
Eigenschaften: Auf Polyesterbasis modifizierte flüssige Holzgießmasse für Objekte mit der Optik und den Eigenschaften von echtem Holz.

Einsatzmöglichkeiten: Deko- und Gebrauchsobjekte (z. B. Dekorteile für die Möbelgestaltung und Restaurierung, Reliefs, Figuren, Lampenfüße, Griffe, Masken).

Verarbeitung: Nach der Zugabe von Bp-Härter (Benzoylperoxid) sofort gebrauchsfähige Gießmasse (für gute Raumbelüftung sorgen) zum Gießen in fertige oder selbst hergestellte Gießformen. Nach dem Aushärten kann der Gießling gesägt, gebohrt, geschliffen, gebeizt, lackiert oder bemalt werden.

Besondere Hinweise: Bei Arbeiten in geschlossenen Räumen ist für ausreichende Lüftung zu sorgen.

Achtung: Der Härter ist feuergefährlich – nicht mit offener Flamme in Berührung bringen. Gießmaterial nicht mit Augen und Schleimhäuten in Berührung bringen. Bei Berührung, Augen sofort mit kaltem Wasser auswaschen und Arzt aufsuchen. Gießholz nicht mit anderen Stoffen mischen oder verdünnen. Von Kindern fernhalten!

Bemalung/Einfärbung: In Holzoptik mit Wachsbeizen oder farbig lackieren.

Finish: Gebeizte Flächen mit Polierwolle polieren.

Gießformen
Zur Herstellung von Reliefs eignen sich insbesondere Polyäthylen-Gießformen. Formen aus anderem Material müssen mit Trennmittel vorbehandelt werden, z. B. mit Formentrennwachs. Von geeigneten Originalen können Sie durch Abformen mit Silikon-Kautschuk selbst Gießformen herstellen. Dadurch bieten sich dem kreativen Bastler ausgezeichnete Möglichkeiten der Vervielfältigung eigener Arbeiten.

Verwendung
Mit Gießholz lassen sich auf schnelle und einfache Weise geschnitzte Reliefs, Zierteile, Möbelapplikationen, Spiegelrahmen usw. im Gießverfahren reproduzieren. Diese Abgüsse sind – bei sorgfältiger Arbeit – sowohl im Aussehen als auch im Gewicht echtem Holz sehr ähnlich.

Zur besseren Vermischung des Härters mit dem Gießholz, bei Mengen über 2 Liter, möglichst ein elektrisches Rührwerk oder eine Bohrmaschine mit Rührpropeller verwenden. Steht ein solches Werkzeug nicht zur Verfügung, bitte Teilmengen verarbeiten.

Wichtig: Die jeweils gegossene Schicht darf noch nicht ausgehärtet sein, wenn die nächste Teilmenge nachgegossen wird. Einen kleinen Teil des angemischten Gießmaterials zunächst in einer dünnen Schicht von ca. 2-3 mm Dicke mit einem Pinsel in die Form einstreichen. Reliefvertiefungen sorgfältig austupfen. Lufteinschlüsse an der Frontseite des Gießteils werden dadurch vermieden. Dabei flott arbeiten, denn das Gießmaterial bindet innerhalb weniger Minuten ab.

Die restliche Menge Gießmaterial sofort anschließend aus hochgehaltenem Behälter mit einem möglichst dünnen Strahl eingießen. (Bei dünnem Strahl werden eingerührte Luftblasen zum größten Teile herausgezogen.)

Eventuell noch vorhandene Lufteinschlüsse durch kurzes Rütteln der vollgegossenen Form aufsteigen lassen. Luftblasen an der Gießteiloberfläche können später auch noch mit Gießmaterial ausgebessert werden. Während der Aushärtung erwärmt sich das Gießteil bis auf ca. 80 °C. Um die Lebensdauer der Gießformen zu erhalten, die Gießformen vor dem Gießen mit Formentrennwachs einstreichen und entformen, sobald das Gießteil ‚gummiartig‘ fest geworden ist. Die Form mit Inhalt dann umdrehen, auf eine ebene Fläche legen und beobachten, bis sich das Gussteil an irgendeiner Stelle von selbst von der Form ablöst. Die ganze Form nun vom Gussteil abziehen. Das Gießteil bis zur vollständigen Abkühlung auf eine ebene Fläche legen. Größere Teile eventuell beschweren.

Ist bei Reliefs kein Eingießaufhänger verwendet worden, auf der Rückseite des Gießteils – genau mittig und ca. 2 cm unter der Oberkante – ein Sackloch mit einem Durchmesser von ca. 6-8 mm für die Aufhängung einbohren.

Pinsel und Geräte können mit Harzreiniger gereinigt werden.

Die Oberfläche kann nach dem Erkalten des Gießteils gebeizt werden. Das ausgehärtete Teil ist zunächst noch klebrig. Beim Auftragen der Beize verschwindet diese Klebrigkeit jedoch vollständig. Es ist deshalb zweckmäßig, auch die Rückseite des Gießteils mit Beize zu behandeln. Bei unbehandeltem Gießholz kann man die klebende Schicht auf der Oberfläche binden, z. B. mit Pulver aus geriebener Tafelkreide. Die Weiterverarbeitung (beizen, bemalen) wird dadurch nicht behindert. Durch das Beizen erhält das Gießteil das endgültige ‚Finish‘. Je sorgfältiger diese Arbeit durchgeführt wird, desto besser und schöner wird das Ergebnis sein. Auch bei genauem Hinsehen kann man nicht mehr sofort erkennen, ob es sich nun um ein ‚Kunstwerk‘ aus Holz oder Kunststoff handelt.

Beize mit einem Pinsel gleichmäßig auftragen. Bitte den Pinsel immer nur in einer Richtung führen. Sowohl Lösungsmittel- als auch Wachsbeize ist verwendbar. Die Pinselstriche sind später sichtbar und imitieren die Laufrichtung der Holzmaserung. Auch die Auswahl des Pinsels ist wesentlich. Ein grobhaariger Pinsel ergibt eine grobe, ein feinhaariger eine feine Maserung.

Fehler-Checkliste
– Gießholz wird nicht wirklich fest: zu wenig Härter.
– Gießholz bildet Risse: zu viel Härter.
– Partien bleiben ‚teigig‘: Härter ungleichmäßig eingemischt (zu wenig gerührt).
– Gießteil lässt sich nur schwer entformen: zu lange gewartet bis zur Entformung.
– Gießholz bindet während der Verarbeitung ab: zu viel Härter verwendet, Umgebungstemperatur zu hoch,
zu langsam verarbeitet.

Beitrag 1950 – 2010-215jK – 1-2010-214-1731-3

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