Wie entwickeln sich Fische? – Die Frage des Tages

Seit Jahren ist davon die Rede, dass die Fischbestände stark bedroht seien. Dies liege vor allem daran, dass zu viele und zu kleine Tiere gefangen würden, erklären Experten. Als Bestand bezeichnen Biologen eine sich selbst erhaltende Population einer Art, das heißt eine Gruppe von Vertretern einer Art, die sich in einem bestimmten Gebiet befinden und eine Gemeinschaft bilden. Für die Erhaltung von Beständen ist wichtig, dass sich der Nachwuchs möglichst gut entwickeln kann. Dies gilt für Fische ebenso wie für andere Tiere. Die Nachkommen von Meeresfischen sind besonderen Gefahren ausgesetzt. Warum? Wie entwickeln sie sich?

Antwort: Nachdem sie aus dem Ei geschlüpft sind, durchleben Fische ein Larvenstadium. Wie Experten im „World Ocean Review“, einem Bericht zum Zustand der Meere, erläutern, halten sie sich in dieser Phase abseits der älteren Tiere in flachen Meeresgebieten auf. Die Gefahr, von größeren Fischen gefressen zu werden, ist den Angaben zufolge für die Larven besonders groß. So liege zum Beispiel der Anteil der gut eine Woche alten Heringslarven, die überlebten, lediglich bei etwa einem Prozent. Ehe aus den Larven Jungfische werden, können viele Monate vergehen. Heringslarven gleichen zwar mit etwa 60 Tagen bereits in vielerlei Hinsicht einem ausgewachsenen Fisch, haben aber noch keinen vollständig entwickelten Magen und kaum Schuppen. Gefährdet sind die Nachkommen von Fischen nach den Erkenntnissen von Wissenschaftlern auch durch sich verändernde Umweltbedingungen. 2012 berichtete zum Beispiel eine internationale Forschergruppe im Fachjournal „Nature Climate Change“, dass ein sich verändernder Säuregrad des Meerwassers für Fischlarven schwerwiegende Folgen habe. Über den Säuregrad gibt der pH-Wert Aufschluss. Dass dieser sich verändert, führen Fachleute darauf zurück, dass Kohlendioxid aus der Atmosphäre im Meer gelöst wird. Im Wasser entsteht Kohlensäure. In Testreihen wies die internationale Forschergruppe nach, dass die Larven des Dorsches besonders empfindlich auf Veränderungen des pH-Werts reagieren. Die Wissenschaftler stellten bei ihren Experimenten Gewebeschäden bei inneren Organen fest.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Susanne Klipper aus Bad Freienwalde in Brandenburg

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