Was ist Geld? – Die Frage des Tages

Was ist Geld?

„ Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts“, sagt ein Sprichwort. Wer etwas kaufen will, benötigt Münzen, Scheine oder Geld auf einem Bankkonto. Geld ist ein Zahlungsmittel, das allgemein anerkannt ist. Wirtschaftswissenschaftler haben sich naturgemäß viele Gedanken über das Geld gemacht und verweisen darauf, dass es mehrere Aufgaben erfülle. So sei es ein Mittel, das den Tausch von Waren und Dienstleistungen erleichtere, ein Wertaufbewahrungsmittel und eine Recheneinheit. Wer glaubt, dass damit alles Wesentliche gesagt sei, liegt allerdings falsch. Die Frage, warum Geld überhaupt entstanden und was sein Wesen ist, hat schon Generationen von Gelehrten beschäftigt. Diskutiert wird über das Thema nach wie vor. Deshalb die Frage: Was ist Geld?

Antwort: Weit verbreitet ist die Theorie, dass Menschen schon vor vielen Jahrtausenden Handel getrieben, das heißt begehrte Güter wie Vieh, Schmuckstücke oder Edelmetalle ausgetauscht, und dann irgendwann das Geld erfunden hätten, um den Tauschhandel zu erleichtern. Zweifel an dieser Darstellung sind immer wieder geäußert worden, in den vergangenen Jahren zum Beispiel von dem Ethnologen David Graeber aus den USA. Nach seinen Worten gibt es keinen Beleg dafür, dass es jemals ein großes Tauschsystem gegeben hat, bei dem Geld keine Rolle spielte. Der Wissenschaftler behauptet unter Hinweis auf entsprechende Studien und geschichtliche Beispiele, am Anfang habe die Praxis gestanden, dass Menschen von anderen etwas bekommen und dafür einen Ausgleich versprochen hätten. Das bedeutet: Vor dem Tauschhandel und der Nutzung von Münzen gab es eine Art von Kreditsystem im menschlichen Miteinander. Experten vermuten, dass die ersten Münzen wahrscheinlich um das Jahr 600 vor Christus herum im Königreich Lydien auf dem Gebiet der heutigen Türkei hergestellt wurden. Bei diesen Münzen soll es sich um runde Klumpen aus einer Legierung aus Gold und Silber gehandelt haben, die die Menschen in einem nahe gelegenen Fluss gefunden hatten.

Graeber sieht im Geld lediglich ein Mittel zum Messen von Schulden. Eine Münze sei ein Schuldschein. Seinen Wert erhält Geld allein dadurch, dass Menschen ihm vertrauen, dass sie daran glauben, für ihr Geld Leistungen von anderen erhalten zu können. Vertrauen spielte im menschlichen Miteinander schon immer eine zentrale Rolle. Menschen mussten sich vertrauen und kooperieren, um zu überleben. 2013 haben Forscher von der Universität Basel eine Studie veröffentlicht, in der sie mithilfe von Experimenten belegen, dass Geld das Kooperationsprinzip zwischen Fremden in großen Gruppen sichert. Es ist also mehr als nur ein Tausch- und Zahlungsmittel. Graeber spricht davon, dass eine wesentliche Aufgabe des Geldes von Anfang an darin bestanden habe, Beziehungen zwischen Menschen zu ordnen, das heißt zum Beispiel Ehen zu arrangieren oder Streitigkeiten beizulegen. Belege hierfür liefert die Geschichte reichlich, ebenso wie dafür, dass Geld dabei die unterschiedlichsten Gestalten haben kann. Muscheln dienten ebenso als Geld wie beispielsweise Perlen oder Federn.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Friedel Kauder aus Drochtersen in Niedersachsen.
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