Verändert die Liebe das Denken? – Die Frage des Tages

„Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich.“ Diese Sätze des Schriftstellers Hermann Hesse (1877 bis 1962) sind nur eines von zahllosen Beispielen dafür, wie namhafte Autoren versuchen, der herausragenden Bedeutung der Liebe für das Wohlbefinden und Miteinander gerecht zu werden. Verliebten wird unter anderem nachgesagt, den geliebten Menschen – und oft nicht nur ihn – durch die rosarote Brille zu sehen. Sprich: Vieles wird positiver betrachtet. Heißt das, dass die Liebe das Denken grundlegend verändern kann? Hat sie auch Einfluss auf die Entwicklung der Persönlichkeit?

Antwort: Psychologen der Universitäten Jena und Kassel haben im „Journal of Personality“ eine Studie veröffentlicht, die zu dem Schluss kommt, dass sich romantische Beziehungen bei jungen Erwachsenen positiv auf die Entwicklung der Persönlichkeit auswirken. Diese werde gefestigt. Die Forscher hatten 245 Paare im Alter zwischen 18 und 30 Jahren über einen Zeitraum von neun Monaten begleitet. Die Partner wurden wiederholt getrennt voneinander zu unterschiedlichen Themen befragt. Dabei ermittelten die Psychologen auch, wer von seiner Persönlichkeit her eher ängstlich und unsicher war und dazu neigte, stärker auf negative Reize zu reagieren und das Negative in Situationen zu sehen. Gerade bei solchen Menschen führten die mit der Liebesbeziehung verbundenen positiven Erlebnisse und Emotionen dazu, dass sie zuversichtlicher durchs Leben gingen. Ihre Denkstrukturen veränderten sich, wie die Psychologen von der Universität Jena betonen. Der Effekt sei sowohl bei Männern als auch bei Frauen beobachtet worden.

Schon länger ist bekannt, dass die positive Stimmung von Verliebten mit Hormonen zusammenhängt, das heißt im Körper freigesetzten Stoffen, die unterschiedliche Reaktionen oder Veränderungen auslösen können. Das Ergebnis können zum Beispiel Hoch- und Glücksgefühle sein. Wissenschaftler des ttz Bremerhaven, einer Forschungseinrichtung, die sich mit Lebensmitteln, Umwelt- und Gesundheitsfragen befasst, haben vor einiger Zeit in einer Studie zeigen können, dass hormonelle Veränderungen bei Verliebten auch Folgen für das Geschmacksempfinden haben. Demnach hat die alte Weisheit, dass verliebte Köche dazu neigten, Speisen zu versalzen, durchaus einen realen Hintergrund.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Günter Lührs aus Frankfurt am Main in Hessen.
Ende des Beitrags 1-2014-139-2258-3

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