Fehlende Renditeangaben: Kunde muss selbst rechnen – Finanz-Ratgeber

Egal ob Geldanlage oder Altersvorsorge eine gewisse Rendite ist unverzichtbar. Denn wer jetzt Geld anspart, möchte zumindest später noch das gleiche damit kaufen können. Das heißt, die jährliche Rendite muss zumindest die Inflationsrate übertreffen. Die Renditeangabe ist entscheidend, da sie alle Einzahlungen und Kosten berücksichtigt. Doch Anbieter scheuen sich selbst nach Ablauf der Verträge diese anzugeben. Kunden müssen selber rechnen.

Haben Sie schon einmal erlebt, dass ihnen ein Anbieter zum Vertragsende einer Anlage Ihre Rendite ausrechnete? Ihnen angibt, welchen jährlichen Zuwachs Sie nach allen Kosten erzielten. Selbst wenn langlaufende Versicherungsprodukte ablaufen, erfahren Kunden selten die eigentliche Rendite ihrer Anlage, obwohl dies teils ein Leichtes wäre. Nimmt man zum Beispiel eine Lebens- oder Rentenversicherung, die teils zum Zweck der Altersvorsorge über 20 und 30 Jahre abgeschlossen wird. Zum Ablauf wird nur eine Auszahlsumme oder Rente errechnet. Welche Rendite alle Einzahlungen tatsächlich ergeben haben, bleibt im Verborgenen. Obwohl ständig mit schönen Zinsangaben, Verzinsungen und Überschüssen geworben wird, die Renditeangabe fehlt! Kunden müssen sich selber die Rendite aller Einzahlungen ausrechnen. Bei Frau P. zum Beispiel betrug der Garantiezins noch 3,5%. Trotzdem kommt sie unter Berücksichtigung aller Kosten und Überschüsse nach Ablauf von 25 Jahren nicht mal auf eine Rendite von 2%.

Alte Bausparverträge, die man vor etlichen Jahren abschloss, verzinsten sich teils mit 4%. Nach allen Kosten kam so noch eine Rendite von deutlich über 3% heraus. Auch als Bausparkunde bekommt man weder anfangs noch nach Beendigung eine Renditeangabe, geschweige einen Glückwunschbrief, sondern es flattert unter Umständen sogar vorzeitig die Kündigung ins Haus. Die Bausparkasse möchte mich als Renditejäger loswerden, da ich angeblich die Gemeinschaft gefährde.

Wer ein Bankdepot mit Wertpapieren führt, erhält zumindest regelmäßig eine Übersicht über den Bestand und aktuellen Wert. Renditeangaben sind auch hier unerwünscht, die auch alle bisherigen Kauf- und Lagerkosten berücksichtigen.

Kunden müssen selber nachhaken, welche Rendite man während der Geschäftsbeziehung erzielt hat. Wer genau weiß, was er wann eingezahlt hat, kann zumindest nachvollziehen, mit wie viel er im Plus oder Minus ist. Dabei sind wir alle mehr oder weniger auf eine gewisse Mindestrendite angewiesen, um im Alter auszukommen. Nur mit der Rendite nach allen Kosten und über alle Jahre hinweg, habe ich als Kunde eine messbare Vergleichbarkeit des Erfolgs. Anbieter möchten oft ungern erkennen lassen, wie stark sich Kosten auf die Rendite auswirken. Davon kann Herr W. ein Lied singen. Seine Fondspolice ist noch nach 10 Jahren im Minus, trotz positiver Marktentwicklung. Seriöse Renditerechner gibt es auch im Internet.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Rene Bartels aus Haselünne in Niedersachsen.
Ende des Beitrags 1-2015-289-1955
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