Urlaub – Naherholung oder Fernreise – ein Reise-Ratgeber

Egal wohin die Reise geht – mit den nachfolgenden Tipps kommen Sie entspannt ans Ziel und der Blutzucker macht keine Kapriolen.

Unterwegs in Deutschland

Jeder dritte Bundesbürger verbringt seinen Urlaub im eigenen Land und reist am liebsten mit dem Auto an. Darin lassen sich alle Diabetes-Utensilien bequem verstauen. Falls doch mal was fehlt: Eine Apotheke ist immer in der Nähe.

Gut vorbereitet: Wenn Sie sich im Urlaub mehr bewegen als daheim, brauchen Sie vielleicht weniger Insulin oder Tabletten. Besprechen Sie vorab mit dem Arzt, wie Sie die Dosis anpassen.

Sicher unterwegs: Sitzen Sie selbst am Steuer, sollten Sie vor Fahrtantritt den Blutzucker messen und alle zwei Stunden zur erneuten Kontrolle eine Pause machen. Vor allem wenn Sie Insulin spritzen oder Medikamente einnehmen müssen, die den Blutzucker stark senken. Bei einer Unterzuckerung sofort rechts ranfahren und schnell wirkende Kohlenhydrate zu sich nehmen. Teststreifen, Messgerät und Insulin mögen es kühl und schattig. Daher am besten unter dem Sitz aufbewahren. Insulinvorräte sind in einer Kühlbox gut aufgehoben. Aber nicht direkt neben die Kühlakkus legen, dort kann Insulin gefrieren und unbrauchbar werden. Auch eine kleine Stahlthermosflasche schützt es gut vor Hitze. Dazu die Ampullen in Alufolie einwickeln oder Penpatronen im Blister lassen und die Flasche mit kühlem Wasser füllen.

Entspannt am Ziel: Um herauszufinden, wie Ihr Blutzucker auf ungewohnte Bewegung reagiert, sollten Sie ihn öfter kontrollieren. Packen Sie immer genug schnelle Kohlenhydrate gegen Unterzuckerungen ein. Praktisch für Wandertouren sind Tuben mit Flüssigzucker aus der Apotheke oder kleine Saftpackungen.

Ab in den Süden

Nur wenige Stunden Flug und trotzdem Sonne, Strand, Meer und faszinierende Städte. Genug Gründe, warum wir gerne unsere südeuropäischen Nachbarn besuchen. Hauptsache, Insulin und Teststreifen bleiben im Schatten!

Gut vorbereitet: Für die Sicherheitskontrolle am Flughafen lassen Sie sich vom Arzt ein Attest auf Deutsch und Englisch über Ihren Diabetes-Bedarf geben. Ein Muster-Vordruck zum Herunterladen finden Sie nachfolgend.

Sicher unterwegs: Bei Flugreisen gehören Insulin, Blutzucker-Teststreifen und wichtige Medikamente ins Handgepäck. Schon deshalb, weil aufgegebenes Gepäck verloren gehen oder verspätet ankommen kann. Insulin muss nicht in den für Flüssigkeiten vorgeschriebenen Beutel. Am besten verstauen Sie es in einer handlichen Kühltasche aus der Apotheke.

Entspannt am Ziel: Schützen Sie Ihre Diabetes-Utensilien vor Hitze, direktem Sonnenlicht und Sand. Am Strand sind Messgeräte in einem wieder verschließbaren Gefrierbeutel gut aufgehoben, Pen und Pumpe in passenden Kühltaschen – und auch dann nur im Schatten. Insulin gelangt bei Hitze schneller ins Blut. Um einer Unterzuckerung vorzubeugen, kann es daher sinnvoll sein, Insulin nicht direkt vor oder nach einem Sonnenbad zu spritzen. Oder den Abstand zwischen Spritzen und Essen zu verkürzen.

In die Ferne

Fernreisen, vor allem nach Südostasien, sind laut Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. so beliebt wie nie zuvor. Dabei gilt es in Sachen Diabetes ein paar Extras zu beachten.

Gut vorbereitet: Bei Reisen über mehrere Zeitzonen kann es nötig sein, Tabletten- oder Insulindosis und Spritzzeiten anzupassen. Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem Arzt und nehmen Sie den Flugplan mit zu Ihrem Arzt.

Sicher unterwegs: Wie bei allen Flügen gehören Insulin, Teststreifen und Medikamente ins Handgepäck. Kontrollieren Sie während des Fluges etwa alle drei Stunden Ihren Blutzucker. Und tolerieren Sie am Reisetag lieber etwas höhere Werte (um die 150 mg/dl oder 8,3 mmol/1), um einer Unterzuckerung vorzubeugen. Wichtig bei langen Flügen: Stehen Sie immer wieder auf und gehen Sie ein paar Schritte. Beingymnastik im Sitzen regt den Blutfluss an und beugt einer Thrombose vor. Wer Venenprobleme hat, sollte Kompressionsstrümpfe tragen. Zur Vorbeugung können auch Stütz -Strümpfe sinnvoll sein (vorab mit Ihrem Arzt klären). Wegen der trockenen Luft im Flieger sollten Sie regelmäßig Wasser trinken.

Entspannt am Ziel: Klima, Zeitverschiebung und ungewohntes Essen können sich auf den Blutzucker auswirken. Messen Sie daher in den ersten Tagen öfter. Dosieren Sie Insulin und Tabletten eher vorsichtig, um keine Unterzuckerung zu riskieren. Um Durchfall vorzubeugen, gilt vor allem in den Tropen und Subtropen die Regel: „Koch es, schäl es oder vergiss es!“ Daher auch Eiswürfel weglassen, Getränke verpackt kaufen und zum Zähneputzen abgepacktes Wasser nehmen.

Was für jede Reise wichtig ist

Impfen lassen: Spätestens sechs Wochen vor der Reise beim Arzt klären, ob Impfungen oder bei Fernreisen Mittel gegen Malaria nötig sind.

Versichern: Die Kassen zahlen Behandlungen in EU- und vielen weiteren Ländern. Manches, etwa ein Rücktransport, ist ausgeschlossen. Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist sinnvoll (auf Ausschluss bei Diabetes achten!)

Ihre persönliche Reiseapotheke

Fragen Sie in Ihrer Apotheke, welche Medikamente Sie für unterwegs mitnehmen sollten.

Immer einpacken sollten Sie Präparate gegen Schmerzen, Magen-Darm-Probleme und Fieber, dazu Verbandmaterial, Wunddesinfektionsmittel und ein Fieberthermometer. Je nach Reiseziel brauchen Sie auch geeigneten Sonnen- und Insektenschutz

Falls Sie Medikamente und Sonnenschutz vom letzten Urlaub übrig haben: Prüfen Sie, ob diese noch haltbar und in einwandfreiem Zustand sind. Falls nicht: bitte ersetzen!

Für Ihren Diabetes-Bedarf gilt: Nehmen Sie doppelt so viel Blutzucker-Teststreifen, Insulin und / oder Tabletten mit, wie Sie für die Reisedauer eigentlich brauchen. Denken Sie auch an Ersatzmessgerät, Ersatzpen, evtl. an Einmalspritzen und Ersatzinsulinpumpe.

 

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Margot Jäger aus Oberursel in Hessen.
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