Stören Lebensmittel Medikamente? – ein Gesundheitsratgeber

Wechselwirkung – Lebensmittel können Medikamenten dazwischenfunken, und zwar massiv. Mancher Einfluss wird aber auch überbewertet.

Soll man die Arznei auf nüchternen Magen oder zum Essen einnehmen? Diese Frage hört man in Arztpraxen oder Apotheken sehr oft. Dass es aber auch wichtig sein könnte, ob das nur ein Joghurtmüsli mit Kaffee oder ein fetter Schweinebraten ist, denken die wenigsten. Aber genau dies das „eigentlich Gefährliche“. Denn auch Bestandteile unseres Essens können eine Arznei bis zur schädlichen Überdosierung verstärken oder bis zur Wirkungslosigkeit abschwächen. Der Beipackzettel führt das leider oft nicht genau genug aus. Daher immer in der Apotheke nachfragen.

Alkohol
Ein Glas Wein oder Bier entspannt. Doch kombiniert mit Beruhigungs- und Schlafmitteln kann sich deren Wirkung massiv verstärken. Auch Opioide, Andidepressiva, Husten- und Allergiemittel beruhigen, aber zusammen mit Alkohol kann sich das bis zur Benommenheit steigern. Nebenwirkungen können durch Bier & Co. vermehrt auftreten: Leberschäden bei Paracetamol, Magen-Darm-Probleme bei Mitteln wie ASS, Ibuprofen oder Diclofenac. Nehmen Sie eins davon, ist Alkohol absolut tabu!

Ballaststoffreiches
Ballaststoffe bremsen die Magenentleerung und binden Stoffe an sich, die dann verspätet oder gar nicht an ihrem Wirkort ankommen. Das wurde für Blutfettsenker, bestimmte Antidepressiva und einige Herzmittel beobachtet. Doch eine angepasste Arzneidosis gleicht das aus. Daher Vollkornbrot, Gemüse, Obst keinesfalls vom Speiseplan streichen. Aber: Wer plötzlich viel mehr davon isst, sollte mit dem Arzt sprechen, ob die Dosis angepasst gehört.

Eiweiß
Spiegelei am Abend ja – Frühstücksei nein. Parkinsonpatienten, die Levodopa einnehmen, sollten wissen: Mit Milch, Ei, Fleisch oder Linsen im Bauch nimmt das Blut den Wirkstoff deutlich schlechter auf. Wer die Frühtablette braucht, um morgens in Gang zu kommen, sollte diese 30 Minuten vor oder 60 bis 90 nach dem Essen einnehmen. Viele fahren gut damit, die eiweißreiche Mahlzeit auf den Abend zu legen. Eiweiß nicht grundsätzlich weglassen – es erhält die Muskelmasse.

Grapefruit
Wer bestimmte Blutdruckmittel, Cholesterinsenker, Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen oder Beruhigungsmittel nimmt, muss wissen, dass Grapefruit und ihr Saft jetzt tabu sind! Ihre Inhaltsstoffe können die Wirkung unkontrolliert steigern. Und das bereits kurz nachdem man übliche Grapefruit-Mengen gegessen hat. Ihr Apotheker sagt Ihnen, ob Ihr Mittel dazugehört.

Grünes Gemüse
Grünes Gemüse wie Spinat und Kohl enthält viel Vitamin K. Das ist zwar gesund, kann aber die Wirkung von Gerinnungshemmern wie Marcumar beeinträchtigen. Solche Mittel bekommen viele Ältere, um Blutgerinnseln vorzubeugen. Wer sich normal ernährt, muss sich keine Sorgen machen. Senioren, die gern zu Gemüsesäften oder grünen Smoothies greifen, sollten aber den Arzt ansprechen. Gegebenenfalls muss die Dosis des Gerinnungshemmers angepasst werden.

Kaffee und Tee
Diese Getränke enthalten Gerbstoffe. Sie können die Aufnahme von Bisphosphonaten, vielen Antidepressiva und Neuroleptika (gegen schwere psychische Leiden) behindern, indem sie sich fest an diese binden. Diese Mittel also nicht zusammen mit Kaffee oder Tee einnehmen und zur Sicherheit einen Abstand von mindestens zwei Stunden einhalten! Das gilt aber nur für Schwarz- und Grüntee. Früchte- und Kräutertee sind okay.

Milchprodukte
Sie nehmen Antibiotika? Bei einigen müssen Sie bis zu vier Stunden davor und bis zu zwei Stunden danach auf Milchprodukte verzichten, sonst halten diese die Arzneistoffe im Darm fest, sodass sie nicht wirken können. Achtung Patienten mit Osteoporose: Milch ist gut für Sie, aber wenn Sie Bisphosphonate bekommen, diese nüchtern, nie mit Milch, sondern mit Leitungswasser einnehmen und mit zwei Stunden Abstand zur Mahlzeit.

 

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Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Ernst Kuster aus Beverungen in Nordrhein-Westfalen.
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