Jerry Cotton 3207 – Sex kills

Trübgraue Nebelschwaden krochen wie zerlumpte Gespenster, lautlos und sich fortwährend verändernd, durch den frühmorgendlichen Central Park.

Die Stadt, von der behauptet wird, dass sie niemals schläft, schlief noch. Ein einsamer Jogger, der sich selbst scherzhaft als Früh-Frühaufsteher bezeichnete, spulte wie in Trance sein alltägliches Fitnessprogramm ab – nicht ahnend, dass ihn gleich ein fürchterlicher Schock mit der Wucht eines Keulenschlags treffen würde.

Sein Name war Tye Cooke. Er lief mit federnden Schritten, hatte schon etliche Marathonmeilen in den Beinen und bereitete sich zurzeit auf die Teilnahme an einem Ironman-Event in Kanada vor. Alle Bänke, an denen er vorbeikam, waren, wie gewohnt, leer. Nur eine nicht.

Auf der saß jemand. Eine junge Frau. Allein. Halb nackt. Um diese Zeit. Der musste doch kalt sein. Cooke wurde langsamer und blieb schließlich stehen.

„Miss. Ist alles in Ordnung, Miss?“

Sie reagierte nicht, schien ihn überhaupt nicht wahrzunehmen. Ihr Kopf hing weit nach vorne. Ihr langes blondes Haar ließ nichts von ihrem Gesicht erkennen.

Cooke näherte sich ihr. „Ist Ihnen nicht gut, Miss?“

Schweigen.

„Brauchen Sie Hilfe? Kann ich etwas für Sie tun?“

Da sie noch immer nicht antwortete, begann sich Cookes Sonnengeflecht allmählich unangenehm zusammenzuziehen. Hoffentlich ist sie nicht…

Er dachte seine beklemmende Befürchtung nicht zu Ende. Vielleicht schläft sie nur, ging es ihm durch den Sinn. Oder sie ist schwerhörig und hat nicht mitbekommen, dass ich sie angesprochen habe.

Als Nächstes nahm er an, dass sie auf einer wilden Party zu viel getrunken, geraucht oder geschnupft – oder alles zusammen – und auf dem Heimweg hier Rast gemacht hatte.

Er berührte ihre kalte Schulter. Sie kippte langsam zur Seite und in Cookes Kopf explodierte der Gedanke: Meine Güte, sie ist tot!

Panik erfasste ihn. Das Mädchen war seine erste Leiche. Er hatte noch nie einen toten Menschen gesehen. Zwischen seinen Schläfen herrschte ein heilloses Durcheinander.

Er brachte nichts mehr richtig auf die Reihe, war völlig konfus. Ihm war zwar klar, dass er jetzt etwas tun musste, aber er konnte sich zu nichts entschließen, und als in den nahen Büschen plötzlich Zweige knackten, war er kurz davor, komplett durchzudrehen.

Er zuckte heftig zusammen. „He! Hallo! Wer ist da?“ Blätter bewegten sich. War das der Wind? Ohne zu begreifen, was er tat und dass er sich möglicherweise in Gefahr begab, näherte er sich angespannt den Büschen. „Ist da jemand?“ Er vibrierte innerlich und ballte die Hände zu Fäusten. „Komm heraus, Mann. Deine Freundin ist tot. Komm her, verdammt noch mal. Du hast eine Verantwortung, vor der du dich nicht drücken darfst.“

Niemand erschien. Tye Cooke trug sein Smartphone in einer atmungsaktiven knallgelben Nike-Handytasche am Oberarm. Er hatte es noch nie gebraucht…

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Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Jöran Killner aus Philippsburg in Baden-Württemberg.
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