Geld in die Steckdose? Nein, in die Spardose! – ein Ratgeber

Die monatlichen Stromkosten können ein Loch in die Haushaltskasse reißen, das sich aber auch ohne große Mühe und hohe Investitionen verkleinern lässt. Wie geht das? Indem man etwa die Einstellungen der Elektrogeräte verändert.

900 Euro, das ist in etwa der Betrag, den ein deutscher Zwei-Personen-Haushalt im Durchschnitt pro Jahr an Stromkosten (zwischen 2.100 und 3.000 kWh) verbraucht. Mit wenigen Maßnahmen lassen sich 100 Euro oder mehr einsparen, so das Infoportal Stromspiegel. So gelingt es ohne große Investitionen:

Kühlschranktemperatur optimal regeln: In der Regel sind Kühlschränke in Deutschland zu kühl eingestellt, so die Deutsche Energie-Agentur. Wer etwas am Regler dreht, kann folglich sparen. 7 Grad sind optimal, beim Tiefkühler reichen minus 18 Grad. Wer sich dann noch bemüht, die Tür nur so kurz wie möglich zu öffnen, und das Gerät nicht neben ein Wärmegerät stellt, macht alles richtig.

Keine Änderungen der Geräteeinstellungen: Eine Kostenfalle verbirgt sich in der Anpassung der Einstellungen von Haushalts- und Unterhaltungselektronik, denn der vom Hersteller ausgewiesene Verbrauch bezieht sich auf die Werkseinstellung. Bei einem Fernseher etwa könne allein das Verändern der Helligkeit zu einem zusätzlichen Stromverbrauch von 30 bis 40 Prozent führen, erklärt die Energieberatung der Verbraucherzentralen.

Nutzen Sie schaltbare Steckdosenleisten: Stand-by ist beim Stromsparen ein großes Thema. Dieser Bereitschaftsbetrieb der Geräte kann sich pro Haushalt auf 50 bis 100 Euro Stromkosten im Jahr summieren. Die Losung: Nach dem Gebrauch immer den Stecker ziehen oder die Steckdosenleiste ausschalten.

Das Gleiche gilt für Geräte ohne Stand-by-Funktion. Laptop, Desktop, Ladekabel und selbst die Waschmaschine verbrauchen Strom, auch wenn sie gar nicht in Gebrauch sind. In vielen Haushalten gibt es ca. 40 solcher Geräte. Das läppert sich.

Das ist die Lösung bei älteren Geräten. Für neuere Modelle ist das Ausschalten oft allerdings nicht mehr nötig: Die EU hat verfügt, dass zahlreiche Geräte der Unterhaltungselektronik im Stand-by-Modus nicht mehr als 0,5 bis 1 Watt verbrauchen dürfen. Ist der Fernseher ein Jahr lang auf Stand-by gestellt, kostet das etwa zwei Euro. Das gilt für viele Gerätearten ab Kaufdatum 2010 mit 1 Watt Standby-Leistungsaufnahme und ab 2014 mit 0,5 Watt.

Kleingeräte nachts ausschalten: Trotz einer entsprechenden EU-Richtlinie ist der Stromverbrauch in vielen Haushalten kaum gesunken. Der Grund: Smartphone, Tablet, Laptop, Sprachassistenten usw., wir haben gerne etwa fünf bis zehn Geräte mehr als noch vor zehn Jahren. Die Masse macht es: etwa 27 Prozent unseres Stromverbrauchs entfällt auf Informations- und Kommunikationsmedien. Tipp: WLAN-Verstärker oder Router lassen sich oft so programmieren, dass sie sich nachts abschalten. Schaltuhren einsetzen und nutzen.

Smart-Home-Technik nutzen: Die moderne Variante der Zeitschaltuhr sind per App gesteuerte vernetzte Steckdosen. Damit lässt sich etwa regeln, dass der Strom für zahlreiche Geräte erst eingeschaltet wird, wenn man nach Hause kommt. Viele solcher Zwischensteckdosen haben auch eine Messstation, mit der man den Stromverbrauch der Geräte überprüfen kann. So lässt sich herausfinden, wie viel der alte Videorekorder, der Toaster oder Föhn eigentlich kosten. Allerdings sind hier fürs Sparen erst mal Investitionen nötig: ab ca. 25 Euro pro Steckdose.

Durchflussbegrenzer installieren: Wer sein Wasser über einen Durchlauferhitzer oder Boiler erhitzt, wird eine hohe Stromrechnung gewohnt sein. Hier liegt der Pro-Kopf-Stromverbrauch um knapp 27 Prozent oder 385 Kilowattstunden jährlich höher als bei Haushalten, die ihr Wasser ohne Strom erhitzen. Das entspricht Stromkosten von 110 Euro.

Daher wird zu einem Durchflussbegrenzer geraten. Er reduziert den Wasserdurchfluss um 50 Prozent oder mehr und mischt gleichzeitig Luft bei, damit der Druck stabil bleibt. Damit lassen sich gut und gerne etwa 30 bis 40 Euro sparen. Für Wasserhähne gibt es leicht einbaubare Durchflussbegrenzer schon ab etwa fünf Euro.

Achten Sie beim Gerätekauf auf die Effizienzklassen: Großgeräte verbrauchen vergleichsweise viel Strom. Etwa 17 Prozent entfallen auf Kühlschrank und Tiefkühler, 13 Prozent auf die Waschmaschine und den Trockner. Die Anschaffung neuer Modelle mit höchster Effizienzklasse kann sich schon nach wenigen Jahren rentieren.

Eine Beispielrechnung: Ein ineffizienter Wäschetrockner frisst bei jedem Durchgang Strom im Wert von ungefähr 1,25 Euro, effiziente Geräte verbrauchen nur 20 bis 30 Cent. Bei zwei Durchgängen pro Woche macht das eine jährliche Ersparnis von rund 100 Euro.

Es lohnt sich auch schon auf die Unterklassen zu achten. Ein Kühlschrank der Effizienzklasse A++ verbraucht bereits 50 Prozent mehr Strom als einer der Klasse A+++. Doch auch der Umgang mit dem Gerät ist entscheidend: Diese Effizienz erreicht man nur, wenn man die entsprechenden Spar- oder Eco-Programme wählt. Die Experten haben mitunter Unterschiede von 40 Prozent zwischen Eco- und Normalprogrammen gemessen.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Ludger Wascher aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt.
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