Ernährungs-Lexikon D – F

Ernährungs-Lexikon D – F

Designer Food
Unter Designer Food versteht man Lebensmittel, die außer ihrem Nähr- und Geschmackswert einen Zusatznutzen in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden bieten. Dem Designer Food werden bestimmte Stoffe zugesetzt, die die Körperabwehr stärken sollen, vorbeugende Wirkung haben und das Wohlbefinden steigern. Probiotische Milchprodukte, Elektrolytgetränke für Sportler, ACE-Getränke oder mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Lebensmittel sind nur einige Beispiele für Designer Food.

Diabetes mellitus
Bei Diabetes mellitus handelt es sich um einen Sammelbegriff für eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. Betroffene weisen lang anhaltend erhöhte Blutzuckerwerte auf. Verantwortlich ist dafür ein Mangel an Insulin, das den Blutzuckerspiegel senken soll. Es wird zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 unterschieden. Während bei Diabetes Typ 2 entweder nicht genug Insulin produziert wird oder die Zellen nicht richtig auf Insulin reagieren, werden bei Typ 1 die Insulin bildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört.

In der Folge liegt ein absoluter Insulinmangel vor, weshalb sich Diabetiker, die am Typ 1 leiden, selbst Insulin spritzen müssen. Bei Diabetes Typ 2 können mit Diäten, Bewegung und Tabletten gute Behandlungserfolge erzielt werden, so dass das Spritzen von Insulin nicht zwangsläufig erforderlich ist.

Diät
Als Diäten werden spezielle Ernährungsformen bezeichnet. Sie können der Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten und Lebensmittel-Intoleranzen dienen (Diabetes, Laktose-Intoleranz), werden aber auch gezielt zum Abnehmen eingesetzt (Reduktionsdiät). Auch ethisch-moralische Gründe können für das Einhalten einer speziellen Ernährungsform ausschlaggebend sein (Vegetarismus).

Disaccharide
Disaccharide gehören zur großen Gruppe der Kohlenhydrate und schmecken süß. Sie werden auch als Zweifachzucker bezeichnet, da sie aus insgesamt zwei Zuckerbausteinen bestehen. Bekannte Disaccharide sind der Haushaltszucker (Saccharose) und der Milchzucker (Laktose).

Eisen
Eisen ist ein Spurenelement, das für den Sauerstofftransport im Blut und die Wirksamkeit vieler Enzyme entscheidend ist. Es ist reichlich in Fleisch enthalten, steckt aber auch in verschiedenen Getreide- und Gemüsesorten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen oder Trockenobst. Allerdings kann unser Körper Eisen aus tierischen Lebensmitteln besser verwerten als aus pflanzlichen.

In Kombination mit Vitamin C kann Eisen besonders effektiv aufgenommen werden. Eisenmangel kann Blutarmut (Anämie) zur Folge haben. Vor allem Frauen sind aufgrund von Menstruationsblutungen häufig von Eisenmangel betroffen – aber auch Vegetarier können zu Eisenmangel neigen.

Eiweiß
Eiweiße sind Proteine, zählen zu den Hauptnährstoffen und sind aus Aminosäuren zusammengesetzt. Sie sind die Bausteine unseres Körpers und werden unter anderem für den Muskelaufbau benötigt. Enzyme, Hormone und Abwehrstoffe sind ebenfalls Proteine und übernehmen bei der Regulierung des Stoffwechsels eine wichtige Rolle. Der Tagesbedarf an Eiweiß beträgt für Erwachsene 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Dieser Bedarf lässt sich mit Fleisch, Milch und Milchprodukten, Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen, Getreide, Kartoffeln und grünem Gemüse gut decken. Die Kombination aus pflanzlichen und tierischen Eiweißträgern (zum Beispiel Kartoffeln mit Ei) kann der Körper am besten verwerten.

Emulgatoren
Emulgatoren sind fettähnliche Stoffe, die zum Beispiel Margarine zugesetzt werden, um Wasser und Fett miteinander zu vermischen. Es entsteht eine Emulsion, in der Fetttröpfchen fein im Wasser verteilt sind – eine Eigenschaft, die vor allem in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie (für Hautöle und Cremes) Verwendung findet. Im menschlichen Körper spielen Emulgatoren vor allem bei der Verdauung von Nahrungsfetten eine wichtige Rolle. Bekanntester Vertreter ist das Lezithin, das aus Eigelb gewonnen wird.

Enterale Ernährung
Unter enteraler Ernährung versteht man eine bestimmte Form der künstlichen Ernährung: über eine Sonde wird die Nahrung direkt in den Magen-Darm-Trakt geleitet. Eine künstliche Ernährung ist immer dann erforderlich, wenn Schluckstörungen oder Bewusstlosigkeit vorliegen, die Nahrungspassage blockiert ist oder eine Person künstlich beatmet wird. Auch Menschen, die an Magersucht leiden und sehr untergewichtig sind, müssen im Extremfall über eine Sonde ernährt werden.

Enzyme
Enzyme sind Eiweißstoffe und so genannte ‚Biokatalysatoren‘ im Stoffwechsel. Sie beschleunigen und ermöglichen Stoffwechselreaktionen im Körper, werden dabei aber nicht verbraucht, ihre Ausgangsform bleibt also unverändert. Viele Enzyme werden erst in Verbindung mit Vitaminen und Mineralstoffen wirksam. Ohne Enzyme wären die meisten Vorgänge im Körper nicht möglich. So sind sie zum Beispiel für Immunfunktionen und die Verdauung unentbehrlich.

Fettsäuren
Fettsäuren sind die Hauptbestandteile der Fette. Ihre chemische Struktur entscheidet darüber, welche Eigenschaft ein Fett besitzt, z. B., ob es fest oder flüssig ist. Es existieren drei Gruppen von Fettsäuren: gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren kommen hauptsächlich in tierischen Fetten oder in Kokos- und Palmfett vor.

Einfach ungesättigte Fettsäuren sind zum Beispiel in Raps- und Olivenöl enthalten, während mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Sonnenblumen- oder Maisöl zu finden sind. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind essenziell, müssen also über die Nahrung aufgenommen werden, weil der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Zu den wichtigsten essenziellen Fettsäuren gehören die Linolen- und Linolsäure.

Fisch
Fisch enthält hochwertiges Eiweiß (Protein) und lebensnotwendige Fettsäuren, die vom menschlichen Körper nicht selbst produziert werden können (Omega-3-Fettsäuren). Wer ausreichend Fisch zu sich nimmt, versorgt seinen Körper außerdem mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen, vor allem mit Jod. Fisch ist somit wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen und gesunden Ernährung.

Frischen Fisch erkennen Sie unter anderem am Geruch, der nicht unangenehm sein darf. Die Augen sollten klar, glänzend und prall gefüllt sein. Die Haut des Fisches sollte nicht trocken sein, die Kiemen müssen rot und unverklebt sein. Laut dem Fisch-Informationszentrum lag der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen an Fisch und Meeresfrüchten 2007 im Durchschnitt bei 16,4 Kilogramm (Fanggewicht), Tendenz steigend. Die beliebtesten Fischarten der Deutschen sind Seelachs, Hering, Lachs, Thunfisch, Kabeljau und Forelle.

Flavonoide
Flavonoide sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe und gehören zu den Polyphenolen, einer Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Sie besitzen zahlreiche positive Eigenschaften, die der Gesundheit unseres Körpers zuträglich sind: sie stärken unser Herz-Kreislauf-System, wirken antibakteriell, schützen die Gefäße und können vermutlich sogar Krebs vorbeugen. Ein bekanntes Flavonoid, das hauptsächlich in Sojabohnen zu finden ist, ist das Isoflavonoid.

Folsäure
Folsäure ist ein wasserlösliches, aber äußerst hitze- und lichtempfindliches Vitamin der Vitamin-B-Gruppe. Es ist entscheidend für die Bildung unseres Blutes und wirkt bei den Prozessen der Zellteilung und -neubildung mit. Junge Frauen, Schwangere und ältere Menschen leiden häufig unter einem Folsäure-Mangel.

Weil ein Mangel an Folsäure in der Schwangerschaft zu Missbildungen des Kindes führen kann, muss in diesem Fall besonders auf eine ausreichende und verstärkte Versorgung mit dem Vitamin geachtet werden. Reich an Folsäure sind Leber, grünes Gemüse, Kartoffeln und Milch.

Formula-Diät
Bei Formula-Diäten handelt es sich um diätische Lebensmittel mit ganz bestimmten Nährstoff- und Energiegehalten, die die normale Kost ergänzen oder ersetzen. Es gibt sie in flüssiger Form und als Pulver zum Anrühren. Meist werden derartige Diätformen für die Ernährung von Kranken oder im Rahmen einer Reduktionsdiät eingesetzt.

Fruktose
Fruktose ist die chemische Bezeichnung für Fruchtzucker, besteht aus nur einem Zuckerbaustein und ist süßer als gewöhnlicher Haushaltszucker. Er ist sowohl in Obst als auch in Honig enthalten und neben Glukose Bestandteil des Haushaltszuckers Saccharose. Unser Stoffwechsel verwertet Fruktose ohne Mitwirkung des Hormons Insulin, weshalb Fruchtzucker auch für Diabetiker geeignet ist.

 

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