Der tragende Grund: Fußwarm & langlebig – ein Wohnratgeber

Ein guter Bodenbelag fühlt sich angenehm für die Füße an, ist strapazierfähig und macht auch optisch etwas her. Wer das in die Jahre gekommene Material in seinen Räumen endlich einmal austauschen möchte oder in eine neue Behausung zieht, kann aus vielen Optionen wählen. Da der Fußbodenbelag ein wichtiger Wohlfühlfaktor ist, gilt es, der sorgfältigen Auswahl gebührende Aufmerksamkeit zu widmen.

Auf was wollen wir laufen? Diese Frage, die sich Bewohner von Immobilien stellen, ist nicht leicht zu beantworten. Heutzutage gibt es eine große Auswahl an Materialien und Designs.

Teppich- und Teppichboden-Trends
In jedem Jahr findet in Hannover die Messe ‚DOMOTEX‘ statt, die Weltleitmesse für Teppiche und Bodenbeläge. Aktuell meldete die Messe als Trend, dass moderne handgefertigte Teppiche angesagt sind, etwa mit Motiven von Wiesen und Feldern oder mit fotorealistischer Darstellung. Neues gibt es auch in Sachen Teppichböden. Hier schöpfen die Hersteller alle Möglichkeiten von neuartigen Rohstoffen, Garnen und Fasern über Zuschnitte bis hin zu Fertigungsarten aus.

So ist inzwischen der erste komplett aus PET-Flaschen gefertigte Teppichboden auf dem Markt, und es gibt Modelle, die aus Polyamidgarn gefertigt werden, welches wiederum aus recycelten Teppichen, Seilen und Fischernetzen hergestellt wird. Auch Teppichboden mit antibakteriellen Garnen und extrem belastbaren Qualitäten sind erhältlich.

Fliesen
Längst vorbei sind die Zeiten, in denen Fliesen nur für Bad, Küche und Waschküche gedacht waren. Wie die Bausparkassen melden, sind Fliesen im Wohnbereich als schickes Gestaltungsmittel angekommen. Zwei Extreme machen dabei laut der Bausparkasse BHW besonders Furore: Mosaik- und Riesenfliesen. Etwa 57 Millionen Quadratmeter Fliesen werden jährlich laut Industrieverband Keramische Fliesen + Platten produziert. Eine nahezu unbegrenzte Auswahl an Formen, Farben und Größen ermöglicht es, mit Fliesen Räume lebendig zu gestalten und neu zu strukturieren. Ein Lob der Vielfalt an Möglichkeiten.

Während die Standardgröße heute bei 30 mal 60 Zentimeter liegt, geht der Trend bei den neuen Fliesen zu zwei Extremen: Zum einen erleben Mosaikfliesen ein Comeback, und zwar nicht nur auf Böden, sondern auch auf Wänden. Mit ihnen lassen sich spektakuläre Akzente im Raum setzen, dank digitaler Technik sind sogar fotorealistische Darstellungen mit Mosaiksteinchen möglich. Doch die auffällige Gestaltung passt nicht zu jedem Wohnstil. Deutlich schlichter wirkt die Alternative zu Mosaikfliesen, die neue Riesenfliese. Sie kann bis zu 4,5 Quadratmetern groß sein und ist meist im dezenten Farbton gehalten. Sie bietet einen angenehmen optischen Effekt: Übergroße Fliesen lassen selbst kleine Räume weitläufiger wirken. Zunehmend werden sie für den Außenbereich, wie auf Terrassen und an Fassaden, verwendet. Hinzu kommt ein praktischer Aspekt, die überdimensionalen Exemplare erleichtern durch weniger Fugen die Pflege erheblich.

Naturmaterial Kork
Weil es robust und pflegeleicht ist, erfreut sich das Naturmaterial Kork großer Beliebtheit. Der Deutsche Kork-Verband hebt einen weiteren Vorzug hervor: Haustierbesitzer, die einen dauerhaft ansehnlichen Bodenbelag wollen, sind mit Korkbelägen stets auf der sicheren Seite. Sie sind resistent gegen Kratzer, schlucken Lärm, sind sehr hygienisch und auch noch besonders pflegeleicht – einfach nebelfeucht wischen und fertig.

Designkorkböden werden mit den unterschiedlichsten Dekoren angeboten. Ob Holzoptik, Fliesenanmutung oder Natursteinlook: Dank innovativer Druck-Verfahren findet hier jeder den passenden Belag zu seinem persönlichen Einrichtungsstil. Ebenfalls in vielen Varianten zu haben sind Naturkorkböden. Ob kleingemasert, wie Landhausdielen verlegt oder eingefärbt. – Beläge mit natürlichen Korkoberflächen erleben gerade ein stylisches Revival.

Neben der Optik ist beim Bodenkauf natürlich auch die Qualität ein wichtiger Faktor, und dies gilt nicht nur für Tierhalter. Ein hochwertiger Korkboden muss eine Korkschicht von mindestens 2,5 Millimetern haben. Nur so kann er alle seine guten Eigenschaften ausspielen. Als Orientierungshilfe dient das Gütesiegel des Deutschen Kork-Verbands. Wer beim Kauf auf ‚Das Kork-Logo‘ achtet, kann sicher sein, einen Qualitäts-Boden zu bekommen.

Auf Naturstein schreiten
Es ist ein natürliches Material, sieht gut aus und ist langlebig: Naturstein ist ein hochwertiger Bodenbelag. Der Deutsche Naturstein Verband weist darauf hin, dass der Einbau des edlen Materials den Wert einer Immobilie beträchtlich steigern kann. Eine beliebte Variante ist Schiefer, der oftmals auch empfohlen wird, weil er unbrennbar, schmutzunempfindlich und dank seiner hohen Strapazierfähigkeit für Nutzflächen und stark frequentierte Räume besonders gut geeignet ist. Schiefer ist ein gesunder und wärmeleitfähiger Naturstein, dessen nachhaltige Qualitäten im Wohnbereich hervorragend eingesetzt werden können.

Hölzern wohnen
Populär ist auch Holz, ebenfalls ein Naturmaterial. Die wohl beliebteste Version ist Parkett. Zum einen ist Parkett bei sachgerechter Pflege ein langlebiger Wohnbegleiter, der als einziger Bodenbelag sogar mehrfach renoviert werden kann, zum anderer rechtfertigt er einen höheren Immobilienwert beim Verkauf oder einer Vermietung.

Während viele schlichte Eigentumswohnungen im Laufe der Zeit an Wert verlieren, sichert ein Parkettboden den Immobilienwert nachhaltig und kann sogar zu einem Wertanstieg beitragen. Gleichzeitig könne sich der Bewohner – entweder der Eigentümer selbst oder aber sein Mieter – über viele Jahre an einem exklusiven und nachhaltigen Bodenbelag aus Echtholz erfreuen. Obgleich sich Parkett als äußerst robust erweist, kann der Boden je nach Nutzungsdauer und -Intensität nicht vor Kratzern und Abriebstellen verschont bleiben – es handelt sich schließlich um ein Naturprodukt. Dann spielt Parkett seine einzigartige Fähigkeit aus, indem es mehrfach runderneuert werden und wieder in neuem Glanz erstrahlen kann. Der Preis für den Quadratmeter ist bei vielen Parkettarten nur unwesentlich höher als der von Holznachbildungen, die Wertigkeit von 100 Prozent Echtholz ist jedoch bedeutend höher.

Holz im Bad?
Einen Holzboden hätten viele auch gern im Bad, glauben jedoch, dass dies wegen der Feuchtigkeit in dem Raum nicht möglich ist. Das stimmt aber nicht, wie der Gesamtverband Deutscher Holzhandel betont: Wer einige wenige Punkte bei der Auswahl des Holzes, dem Einbau und der Pflege beachtet, kann an seinem natürlichen Belag im Bad lange Freude haben. Zunächst sollten die Hauseigentümer stets feuchteunempfindliche Hölzer mit langen Feuchtewechselzeiten für das Bad wählen. Dafür eignen sich beispielsweise heimische Hölzer wie Eiche oder bei Mehrschichtparketten auch Zirbelkiefer und Lärche. Hölzer mit. einer hohen Grundfeuchtigkeit nehmen weniger neues Wasser auf und sind so resistenter.

Grundsätzlich haben sich hier geölte und offenporige Oberflächen bewährt, die sich leicht pflegen und renovieren lassen.

Ein weiterer Tipp der Experten: Wo weniger Fugen sind, da dringt auch weniger Wasser in den Boden ein. Deshalb sollte man kleinteilige Parkette oder sehr großformatige, breite Dielen vermeiden. Die unvermeidbaren Fugen dichtet man durch Dichtungsbänder ab, sodass kein Wasser hindurchdringt. Desweiteren muss der Hausherr den Unterbodenaufbau im Neubau oder bei der Altbausanierung entsprechend abdichten. Bei der Verwendung von Mehrschichtparketten sind feuchte unempfindliche Trägerplatten und Mittellagen sowie ein hydrophober Kantenschutz zu wählen. W
er Holz ins Bad bringen möchte, kann über die Online-Datenbank des Gesamtverbands Deutscher Holzhandel mit Hilfe der Postleitzahlensuche unter www.werliefertholz.de die Holzfachhändler in der Nähe des eigenen Wohnortes finden.

Kellerbereich
Soll der Keller zum Wohnen genutzt werden, so muss auch hier ein schöner Fußbodenbelag her. Doch bevor es soweit ist, gilt es an die Dämmung des Kellerbodens und der Wände zu denken. Schließlich nutzt der schönste Bodenbelag nichts, wenn die Heizung nicht gegen die Kälte von draußen ankommt. Verbreitet ist für die Dämmung des Kellerbodens die sogenannte Aufbodendämmung, die von innen geschieht. Diese muss im Gegensatz zur Dämmung der Decke eines unbewohnten Kellers (die mancher geschickte Heimwerker selbst macht) vom Fachmann geplant und durchgeführt werden, denn es gibt diverse Aspekte dabei zu beachten: Unter anderem ändert sich die Raumhöhe und es kann erforderlich werden, Türen anzupassen.

Zudem ist beim wohngenutzten Keller der Schutz vor Überschwemmung ein wichtiges Thema. Daher müssen die Besitzer vor dem Verlegen eines Bodenbelags erst alle Angelegenheiten rund um Rückstausicherung, Rohr- und Kanaldichtigkeit klären.

Schadstoffe meiden
Gesundes Wohnen hat für drei Viertel der Deutschen höchste Priorität wie die Bausparkasse Schwäbisch Hall ermittelte. Wer die eigenen vier Wände plant, baut oder renoviert, wünscht sich vor allem eins: Wohngesundheit. Die ist einer repräsentativen Studie zufolge 73 Prozent der Deutschen sehr wichtig. Da wir uns überwiegend in Innenräumen aufhalten, spielen unbedenkliche Bodenbeläge oder auch Dämmstoffe, Farben und Lacke eine zentrale Rolle für ein gesundes Zuhause.

Was die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) nicht weiß: Böden können das Raumklima durch entweichende flüchtige organische Verbindungen (VOC) schädigen und so zum Gesundheitsrisiko werden, so die Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Qualitäts- und Gütesiegel können bei der Auswahl des richtigen Bodenbelags helfen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. Die Öko-Zertifizierung von Möbeln, Böden und Baustoffen erfolgte nicht einheitlich und die verschiedenen Prüfzeichen sind kaum miteinander vergleichbar. Zu den bekanntesten Siegeln gehören TÜV, Ökotest, Blauer Engel und Natureplus, so Schwäbisch Hall. Dennoch sind sie derzeit lediglich für ein Drittel der Deutschen beim Kauf von Teppich, Laminat und anderen Böden relevant.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Ingo Breitbach aus Fürstenfeldbruck in Bayern.
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