Der Datenhandel – ein Ratgeber

 

Fast 200 Minuten täglich war jeder Deutsche laut der ARD/ZDF-Onlinestudie im vergangenen Jahr im Internet unterwegs. Während die Nutzer einkaufen oder sich von A nach B navigieren lassen, sammeln die Unternehmen jede Menge Daten über die Person.

Den größten Überblick über das, was wir machen, hat Google, so die Multimedia-Redaktion bei der Stiftung Warentest. Um die Daten erheben zu können, hat der Internetriese „Google Analytics“ entwickelt. Das Programm kommt auf zahlreichen Internetseiten zum Einsatz, nicht nur bei Google selbst. Da wird der Nutzer fast auf seinem gesamten Weg durchs Internet verfolgt. Google weiß dann alle Seiten, auf denen der Nutzer war.

Tracking erfolgt immer (!) und nur im Hintergrund

Sobald eine Seite aufgerufen wird, ermittelt Google unzählige Daten, etwa wie lange der Anwender auf der Seite verbleibt oder was er sich genau anschaut. Das geschieht alles im Hintergrund. Der Nutzer bekommt davon nichts mit. Und das nennt sich dann ,Tracking‘, also Nutzerverfolgung. Dabei kommen vielfach sogenannte Cookies zum Einsatz, die beim Besuch einer Homepage automatisch heruntergeladen werden. Der Nutzer bekommt eine ID zugewiesen. Dadurch wird der Anwender wiedererkannt, ob er will oder nicht.

Nutzer können diese Zugriffe allerdings einschränken. Blockieren lassen sich Cookies durch sogenannte ‚Tracking-Blocker‘, die als Plugin im Browser installiert werden. Komplett anonym kann man damit allerdings nicht durchs Netz surfen. Tracking-Blocker reduzieren die Überwachung aber sehr stark. Die Stiftung Warentest hat verschiedene Programme getestet, besonders gut abgeschnitten hat das Plugin ‚uBlock Origin‘. Solche Programme können nicht auf Smartphones installiert werden. Deshalb gibt es für Handys spezielle Browser-Apps, die Anti-Tracking-Technologien verwenden. Reduziert werden könne das Tracking zudem, wenn Nutzer bei ihrem Browser das sogenannte private oder Inkognito-Fenster verwenden.

Personalisierte Werbung

Cookies können zwar auch positive Eigenschaften haben, wenn sie sich beispielsweise Warenkörbe beim Online-Shopping merken und dem Nutzer den Einkauf dadurch erleichtern. Sie werden aber eben auch genutzt, um die Interessen, Sorgen, Hobbys und Wünsche der Nutzer auszuforschen. Diese Informationen benötigt Google, um personalisierte Werbung schalten zu können. Auf diesem Wege finanziert das Unternehmen sämtliche Dienste. Es gibt den Spruch, wenn etwas kostenlos ist, bist du das Produkt. Denn irgendwie müssen die Firmen das Geld, das sie für Ingenieure oder Webdesigner ausgeben, wieder reinholen.

Google verkauft Handys und hat ein Betriebssystem dafür, betreibt eine Suchmaschine, ein Videoportal und vieles mehr, überall werden Daten gesammelt. Deshalb ist das Unternehmen mit seinen Werbeangeboten so erfolgreich. Solche Praktiken sind zwar legitim, was den Datenschutz angeht aber problematisch.

Profiteure sind neben Google auch die Unternehmen, die über den Konzern Werbung schalten. Weil Google seine Nutzer sehr genau kennt, kann der Konzern auch passgenaue Reklame anbieten. So würde das Unternehmen niemals einem 14-Jährigen Werbung für ein Luxusauto anzeigen, da er es weder kaufen noch fahren könnte. Von diesem Wissen würden die Unternehmen massiv profitieren. Schließlich erreichen sie so ausschließlich potenzielle Kunden und können somit zielgerichteter werben.

Diese Reklame ist auf unzähligen Webseiten zu finden. Google ist mit einer Firma zu vergleichen, die in der Stadt Litfaßsäulen mit Werbung beklebt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Reklame auf der Litfaßsäule nicht individualisierbar ist.

Damit Internetriesen nicht allzu viel über die eigene Person wissen, ist es sinnvoll, für bestimmte Dienste etwas zu bezahlen. Dazu zählt etwa die E-Mail-Adresse: Anstelle eines kostenfreien Accounts können Anwender beispielsweise Anbieter wie Mailbox oder Posteo nutzen. Ähnlich ist es auch bei Apps. Vielfach gibt es sowohl kostenfreie als auch kostenpflichtige Versionen. Die Bezahlversionen sind häufig mit weniger Tracking verbunden. Anstatt mit seinen Daten zahlt der Nutzer einen Geldbetrag und finanziert so das genutzte Angebot.

Leider gibt es aber keine 100%ige Gewähr für diese erkaufte vermeintliche Sicherheit, wie die vielen Fälle zeigen, in denen den entsprechenden Firmen dann doch Datenmissbrauch bzw. die angeblich nicht erfolgende Weiterverwertung und Weitergabe der Kundendaten nachgewiesen wurden. Der Einzelne hat in der Regel keine Chance, das zu kontrollieren bzw. aufzudecken.

 

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Katrin Hauser aus Haren (Ems) in Niedersachsen.
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