Das Auge im Blick behalten – ein Gesundheits-Ratgeber

Nachlässigkeit in Sachen Augengesundheit kann gefährliche Folgen haben: Etliche Erkrankungen können schleichend und unbemerkt vom Betroffenen auftreten, daher ist die regelmäßige ärztliche Kontrolle der Augen ein Muss. Zudem gibt es Erkrankungen, die nichts mit dem Auge zu tun haben, es aber als Folgeerkrankung beeinträchtigen können.

Von Fehlsichtigkeit sind manche Menschen schon als Kinder betroffen, während andere noch in den mittleren Jahren ohne Brille und ohne Kontaktlinsen auskommen. In jedem Fall sollte man aber seine Sehstärke regelmäßig kontrollieren lassen, allein schon wegen der Sicherheit im Straßenverkehr. Zudem gilt es, vom Arzt die Augen auf altersspezifische Erkrankungen überprüfen zu lassen. Dies ist eine Angelegenheit, die manch einer gern verschiebt oder vergisst.

Fehlsichtigkeit
Viele Menschen sind von Fehlsichtigkeit betroffen. Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) appelliert an die Bevölkerung, die eigene Sehstärke einmal pro Jahr vom Optiker überprüfen zu lassen und weist darauf hin, dass das Nachlassen des Sehvermögens ein schleichender Prozess sein kann, den nicht jeder gleich bemerkt. Dieser könne nämlich mit Symptomen einhergehen, die vom Betroffenen wiederum gar nicht unbedingt mit den Augen in Verbindung gebracht werden.

Ein solches Symptom könnten zum Beispiel Kopfschmerzen sein, warnt der Verband. Im Falle einer nicht korrigierten Weitsichtigkeit beispielsweise kann die Linse des Auges die Fehlsichtigkeit zwar bis zu einem gewissen Grad ausgleichen, indem sie akkommodiert, sich also kugelig formt und so ihre Brechkraft erhöht. Jedoch ist dieser Vorgang mit einer großen Anstrengung der Augen verbunden und kann auf Dauer zu Kopfschmerzen führen. Bei einer nicht korrigierten Kurzsichtigkeit hingegen könne sich der Betroffene mit vermehrter Akkommodation nicht behelfen. Stattdessen kneifen Kurzsichtige oftmals die Augen zu, um auf diese Weise zu einem scharfen Netzhautbild zu gelangen. Auch dies könne zu Kopfschmerzen führen.

Auf keinen Fall auf das Internet verlassen
Der ZVA betont, dass das Bestellen einer Brille aus dem Internet nicht den Gang zum Optiker vor Ort ersetzen kann. Die auf Online-Bestellung gelieferten Exemplare würden auf Grundlage einer schmalen Datenbasis gefertigt und kein Augenoptiker ermittle hierbei die für eine Brille relevanten Parameter wie die Einschleifhöhe der Brillengläser, den sogenannten Hornhautscheitelabstand oder die Vorneigung der Fassung. Auch die anatomische Endanpassung entfällt bei einer Bestellung der Brille im Internet. Sie kann somit nicht optimal sitzen, was ein weiteres Manko ist.

Insbesondere die korrekte Position der Brillengläser vor den Augen – von Augenoptikern als Zentrierung bezeichnet – sei aber von großer Bedeutung für ein beschwerde- und anstrengungsfreies Sehen. Eine fehlerhafte Zentrierung begünstigt erheblich die Entstehung von Kopfschmerzen, weswegen man auf der sicheren Seite sei, wenn man sich auf das Know-how des Optikers vor Ort verlasse.

Makuladegeneration und Augeninnendruck
Laut der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft leiden in der Bundesrepublik etwa 4,5 Millionen Menschen an der altersbedingten Netzhauterkrankung Makuladegeneration – davon 1,6 Millionen an der feuchten Spätform – und eine Million an einem grünen Star, dem Glaukom.

Wie der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands erklärt, sind wichtige Risikofaktoren für das Glaukom das Alter und zudem der Augeninnendruck: Ist letzterer zu hoch, dann wird der Sehnerv geschädigt. Bei etwa einem Drittel der Patienten mit Glaukom ist der Augeninnendruck allerdings nicht erhöht, so der Verband.

Deshalb kombinierten Augenärzte für die Früherkennungsuntersuchung auch verschiedene Verfahren. Wesentlich sei ein Sehnerv-Check, bei dem der Sehnervenkopf – die Stelle, an der der Nerv das Auge verlässt – genau untersucht wird. Hinzu komme die Messung des Augeninnendrucks. Der Berufsverband der Augenärzte rät allen Menschen ab dem 40. Lebensjahr, ihre Äugen regelmäßig untersuchen zu lassen. Für Autofahrer sind gesunde Augen von besonderer Bedeutung, sie sollten sich die Chancen der Früherkennung deshalb nicht entgehen lassen, rät der Verband. Patienten mit Glaukom-Erkrankungen können sich zum Beispiel beim Bundesverband Auge (www.bundesverband-auge.de), einer Selbsthilfeorganisation, informieren.

Bluthochdruck: Gefahr für das Auge
Jeder zweite Patient mit Glaukom leidet gleichzeitig an Bluthochdruck, wie die Deutsche Hochdruckliga (DHL) meldet. Studien weisen dem Verein zufolge darauf hin, dass die Hochdrucktherapie die Entstehung eines Glaukoms fördern kann: Insbesondere Medikamente, die zu einem starken nächtlichen Abfall des Blutdrucks führen, können Sehnerv und Netzhaut schädigen, so die DHL. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. (DOG) und die DHL sprechen sich daher für eine enge Zusammenarbeit zwischen Augenärzten, Hausärzten und Hypertensiologen aus, um beide Erkrankungen langfristig optimal zu behandeln. Die Experten empfehlen unter anderem, dass Hausärzte ihre Blutdruckpatienten ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Glaukomvorsorge schicken.

Schlaganfall und Okuläre Rosazea
Zu den möglichen Folgen eines Schlaganfalls gehört laut der Deutschen Schlaganfall Hilfe, dass bei Betroffenen Tunnelblick, Doppelbilder oder Sehen auf nur einem Auge auftreten können. Daher sollte nach einem Schlaganfall auch das Sehvermögen genau untersucht werden.

Wenn man im Gesicht störende rote Flecken, Papeln und Pusteln hat, die nichts mit Pickeln zu tun haben, kann es sich um die sogenannte Gesichtsrose oder Kopfrose handeln. Dahinter kann sich die entzündliche Hautkrankheit Rosazea verbergen, von der etwa zwei bis fünf Prozent der Erwachsenen in Deutschland betroffen sind, sagt der AOK-Bundesverband. Meistens beginnt die Erkrankung nach dem 30. Lebensjahr und betrifft laut der AOK vor allem hellhäutige Menschen. Frauen erkranken in der Regel etwas früher als Männer.

Mitunter kann es bei Rosazea erforderlich sein, nicht nur einen Dermatologen, sondern auch einen Augenarzt zu konsultieren. Denn was viele nicht wissen: In einigen Fällen zieht die Krankheit die Augen in Mitleidenschaft. Das wird oft übersehen, da eine Augenbeteiligung auch unabhängig von Hautveränderungen auftreten kann. Häufig erkenne man eine sogenannte okuläre Rosazea daran, dass die Augenlider oder die Bindehaut des Auges entzündet ist. Diese Form kann bereits bei Kindern auftreten. Das Deutsche Ärzteblatt meldete 2014, dass bei den jüngsten Patienten sogar die okulären Symptome dominierten und schwere Verläufe mit starker Sehbeeinträchtigung nicht selten seien. Bei der leichten Form würden eine regelmäßige Lidrandhygiene sowie lipidhaltige Tränenersatzmittel empfohlen, bei der mittelschweren (persistierende Blepharitis oder Hornhaut- Neovaskularisationen oder Randinfiltrate der Hornhaut) bis schweren (ulzerative Keratitis) Ophthalmorosazea können zusätzlich antibiotikahaltige Salben und steroidhaltige Augentropfen notwendig sein.

Veranstaltung zum Diabetischen Makulaödem
Laut der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft haben etwa 500.000 bis 600.000 der deutschen Diabetiker Augenschäden.

Erhöhte Blutzuckerwerte, die in den westlichen Industriestaaten inzwischen einen großen Teil der Bevölkerung betreffen, schaden langfristig Nerven und Blutgefäße. Infolgedessen kommt es bei Diabetikern auch häufig zu Augenerkrankungen, die unter dem Begriff diabetische Retinopathie zusammengefasst werden. Je länger ein Diabetes besteht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dadurch auc
h Sehprobleme zu bekommen. Am häufigsten kommt es zu einer dauerhaften Sehminderung, wenn die krankhaften Veränderungen den Bereich des Auges betrifft, der für das scharfe Sehen verantwortlich ist: die Makula. Diese diabolischen Veränderungen im Auge können mitunter schnell zu schweren Beeinträchtigungen des Sehvermögens bis hin zur Erblindung führen.

Kontrolluntersuchung ist wichtig
Deshalb ist die Früherkennung besonders wichtig. Neben der regelmäßigen augenärztlichen Kontrolluntersuchungen ist die konsequente Therapie der Begleiterkrankung von Diabetes, wie etwa hoher Blutdruck, für Diabetiker Pflicht.

Forscher bestätigen die Bedeutung von Früherkennung
Wie der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands meldet, bestätigt eine Studie, dass bei Diabetikern die frühzeitige Netzhautuntersuchung eine Einschätzung des Langzeitrisikos bei Diabetes mellitus erlaubt. Die am renommierten „Joslin Diabetes Center“ in Boston durchgeführten Forschungsaktivitäten unterstützen die von deutschen Augenärzten schon seit langem vertretene Meinung, dass unbedingt auch die Netzhautperipherie untersucht werden muss. Bei der Studie wurde der Krankheitsverlauf von 100 Menschen mit Diabetes mellitus über einen Zeitraum von vier Jahren verfolgt. Die Wissenschaftler untersuchten dabei sowohl die zentrale als auch die periphere Netzhaut und dokumentierten die Befunde photographisch.

Dabei ergab sich: Patienten mit krankhaften Veränderungen in der Netzhautperipherie haben ein 3,2-fach höheres Risiko, dass die diabetische Retinopathie zunimmt und dass sich eine sogenannte proliferierende diabetische Retinopathie mit krankhaften Gefäßneubildungen entwickelt. Außerdem wurde festgestellt: Je ausgedehnter die peripheren Veränderungen sind, umso größer das Risiko, dass sich die diabetische Netzhauterkrankung verschlechtert und in das proliferative Stadium entwickelt.

Die sorgfältige Untersuchung des gesamten Augenhintergrunds ist in der Regel erst nach einer medikamentösen Erweiterung der Pupille möglich. Das ist genau das, was im Rahmen der jährlichen Früherkennungsuntersuchung in Deutschland erfolgt. Einige Ärzte in anderen Ländern dachten, sie könnten sich auf ein Foto der zentralen Netzhaut oder eine kurze Untersuchung beschränken. Diese Studie aus Boston zeigte aber, wie extrem wichtig die gründliche Untersuchung der Netzhautperipherie bei erweiterter Pupille ist.

Woche des Sehens
Um die verschiedenen Dimensionen guten Sehens geht es in der jährlichen einwöchigen Kampagne „Auf Augenhöhe“. Seit dem Jahr 2002 informiert die bundesweite Kampagne mit vielfältigen Aktionen über die Bedeutung guten Sehvermögens und klärt über die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation sehbehinderter und blinder Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern auf. Unterstützt wird die „Woche des Sehens“ von der „Aktion Mensch“. Näheres unter www.woche-des-sehens.de.

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s David Fanter aus Meschede in Nordrhein-Westfalen.
Ende des Beitrags 1-2015-282-1510-2
Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen, Schreibfehler und Irrtum vorbehalten. Alle Angaben sind sorgfältig recherchiert worden. Weder der/die Autor/Autorin noch die Webseitenbetreiber übernehmen eine Haftung für etwaige Negativfolgen, die sich durch die Anwendung des obigen Beitrages ergeben. Etwaige rechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung. Im Zweifelsfall lassen Sie sich bitte vor Anwendung dieses Ratgebers durch einen Rechtsanwalt beraten.

Beitrag teilen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*