Bordleben auf Frachtschiffreisen – ein Ratgeber

Sie wollen eine Reise auf einem Frachtschiff machen? Nachfolgend finden Sie einige hilfreiche Tipps und Ratschläge zu den Besonderheiten einer Frachtschiffreise:

  1. Anreise
  2. Einschiffung
  3. Agentur & Liegeplatz
  4. Verhalten im Hafengebiet
  5. Gangway
  6. Ankunft an Bord
  7. Bordsprache & Sicherheitsinformation
  8. Reisepapiere
  9. Kabine
  10. Geheimtipp
  11. Mahlzeiten
  12. Kinder
  13. Seegang
  14. Freizeit an Bord & Bordschwimmbad
  15. Die Kommandobrücke
  16. Der kleine Unterschied
  17. Gefahrenzonen
  18. Landgang
  19. Langfinger in den Häfen
  20. Wertsachen und Zoll
  21. Kantine
  22. Waschen
  23. Zahlungsmittel
  24. Wie viel Geld mitnehmen?
  25. Kommunikation
  26. Rückkehr
  27. Nicht vergessen (Merkzettel für die Reise)
  28. allgemeine Hinweise zu Frachtschiffreisen

 

1. ANREISE
Frachtschiffe fahren nicht so genau wie die Eisenbahn. Strömungen und Wind, Verzögerung oder Beschleunigung der Ladungsarbeiten in den letzten Häfen, unvorhergesehene Wartezeiten vor Schleusen und ähnliche Dinge führen zu zeitlichen Ungenauigkeiten.

Halten Sie deswegen in den Tagen vor Ihrer Abreise guten Kontakt mit dem Reiseunternehmen bzw. der Reederei, so dass Ihnen der genaue Abfahrtstag bekannt gegeben werden kann. Personen, die eine längere Anreise haben, planen besser eine Übernachtung im Hotel vor der Einschiffung ein, um nicht in letzter Minute an Bord zu erscheinen.

Wichtig ist es, dass Sie dem Reiseveranstalter bzw. der Reederei für die Tage vor der Abfahrt Ihre Aufenthaltsorte mit Telefonnummer (Handy, Hotels, Verwandte etc.) angeben, damit nicht nur Sie den Reiseveranstalter, sondern der auch Sie immer erreichen kann. Also bitte nicht auf gut Glück von zu Hause losfahren bevor Sie nicht Kontakt mit dem Reiseveranstalter hatten.

Anreise mit der Bahn:
Wenn Sie mit der Bahn anreisen, kaufen Sie Ihre Fahrkarte erst kurz vor der Abfahrt um Umbuchungen zu vermeiden. Ebenso verhält es sich mit der Buchung eines Hotelzimmers. In den meisten Fällen ist es das einfachste, mit dem Taxi vom Bahnhof oder Hotel zum Liegeplatz des Schiffes zu fahren.

Anreise mit dem Pkw:
Kostenfreie, unbewachte Parkplätze sind an den meisten Liegeplätzen in der Nähe des Pförtners vorhanden.

2. EINSCHIFFUNG
Bitte beachten Sie die Informationen zur Einschiffung in Ihrer Checkliste, die Sie zusammen mit den Buchungsunterlagen erhalten.

Es ist durchaus üblich, dass ein Schiff, nachdem Sie eingeschifft haben, nicht sofort losfährt. Da die Dauer der Ladearbeiten oft nicht gut einschätzbar ist, wird Ihnen eine sichere Einschiffungszeit genannt. Die Ladungsaktivitäten gehören zu einem Frachtschiff wie die Butter zum Brot und Sie haben so die Möglichkeit, diese aus nächster Nähe anzusehen.

3. AGENTUR UND LIEGEPLATZ
Vom Reiseveranstalter bzw. der Reederei bekommen Sie in der Regel einen bis zwei Tage vor Ihrer Anreise den Liegeplatz des Schiffes telefonisch mitgeteilt. In Ausnahmefällen für Häfen im Ausland auch die Telefonnummer der Ladungsagentur. Wenden Sie sich an die Agentur möglichst nur in besonderen Fällen, zum Beispiel, wenn Ihr Schiff nicht am vorgesehenen Platz liegt oder Sie ausdrücklich vom Reiseveranstalter bzw. der Reederei darum gebeten wurden. In einigen Häfen im Ausland erheben die Agenturen zusätzliche Einschiffungsgebühren vom Passagier.

Es muss dringend dazu geraten werden, Taxifahrten, Unterkunft oder andere Dienstleistungen sofort zu zahlen und sich eine Quittung ausstellen zu lassen. In einigen Ländern stellen Agenturen und Taxiunternehmen für ihre Dienstleistungen gerne erhöhte Rechnungen aus, die über die Reederei oft erst viele Monate später abgerechnet werden und dann von Ihnen bezahlt werden müssen. Fragen Sie außerdem vorher nach dem Preis, damit Sie keine unliebsamen Überraschungen erleben.

4. VERHALTEN IM HAFENGEBIET
Sie werden schon bei der Ankunft im Hafen feststellen, dass hier die verschiedensten Container-Transportfahrzeuge, Kräne und LKW oft recht lebhaft rangieren. Die Sicht der Fahrer ist durch sperrige Ladungsgüter häufig eingeschränkt. Gehen Sie deshalb diesen Transportmitteln unbedingt aus dem Wege. In Häfen sind oftmals auch zwingend einzuhaltende Fahrspuren ausgewiesen. Halten Sie sich unbedingt daran.

Auf den meisten Containerterminals im In- und Ausland ist das Betreten des Gebietes zwischen Schiff und Pförtner strikt verboten. Diese Terminals bieten einen kostenlosen Busservice (Shuttle-Bus) zwischen Hafeneinfahrt und Schiff. Erkundigen Sie sich beim Kapitän bzw. Offizier oder – wenn Sie von der Landseite kommen – beim Pförtner nach den Möglichkeiten und fragen Sie vor Verlassen des Schiffes, wer Ihnen den Shuttle-Bus rufen kann. Den Anweisungen des Kapitäns ist unbedingt Folge zu leisten. Sicherheit – auch (!) Ihre Sicherheit – wird an Bord großgeschrieben.

Sollten Sie einen Hafen zu Fuß durchqueren müssen: Sehen Sie sich gut um, bevor Sie einen Weg wählen. In manchen Häfen sind Fußwege besonders als solche kenntlich gemacht. Benutzen Sie dann nur diese Wege und prüfen Sie an Ecken, Schuppenausfahrten etc., ob nicht eines der vorgenannten Fahrzeuge gerade naht.

5. GANGWAY
Bevor Sie die Gangway zum Schiff betreten, schauen Sie, ob diese gut auf der Landseite aufliegt. Die Handläufe, wenn aus Tauwerk, geben manchmal etwas nach. Schleppen Sie nicht unbedingt gleich Ihre schweren Koffer an Bord, sondern bitten Sie die Gangwaywache auf dem Schiff, Ihnen dabei zu helfen.

Um Beschädigungen zu vermeiden und die Sicherheit zu gewähren, kann die Landverbindung für kurze Zeit eingezogen werden. Bitte versuchen Sie dann nicht, mit abenteuerlichem Sprung an Bord zu kommen, sondern warten Sie, bis die Gangway wieder sicher bereitgestellt wurde.

6. ANKUNFT AN BORD
Wundern Sie sich nicht, wenn es an Deck und in den Aufbauten des Schiffes im Hafen etwas wild aussieht. Gerade in deutschen Häfen fallen zusätzliche Arbeiten an: Proviant und Ausrüstungsgegenstände kommen neu an Bord, Reparaturen werden durchgeführt, der Lade- und Löschbetrieb geht weiter, viele Dinge sind von wenigen Personen zu erledigen.

Richtig gemütlich wird’s erst, wenn Sie nun das Schiff „geentert“ haben. Erkundigen Sie sich nach Kapitän oder Erstem Offizier, auf großen Schiffen auch nach einem anderen Schiffsoffizier. Die Schiffsführung ist im Hafen wegen des Ladebetriebes nicht immer erreichbar. Irgendjemand, und wenn es der Gangwaywächter oder der Koch ist, wird Ihnen aber weiterhelfen und die Kabine zeigen. Der Seemann sagt übrigens „Kammer“, selbst zur luxuriösesten Eigner-Suite.

Empfehlenswert ist es, für den ersten Tag Getränke mitzunehmen, da die Bordkantine erst nach dem Auslaufen wieder geöffnet wird.

Gleich, nachdem das Schiff die Küste verlassen hat, wird Zeit für das Aufräumen sein, es wird ruhiger und der Bordalltag beginnt.

7. BORDSPRACHE & SICHERHEITSINFORMATION
Die Seefahrt ist international. Bitte denken Sie daran, dass auf den meisten Schiffen – auch wenn ein deutscher Kapitän an Bord sein sollte – die Verständigung mit der Besatzung und den Offizieren in englischer Sprache stattfindet und auch die Sicherheitsinformationen oft nur in englischer Sprache gegeben werden. Ein mitgeführtes Wörterbuch kann nützlich sein. Im Übrigen behält die Reederei sich vor, deutschsprachige Kapitäne oder Schiffsoffiziere kurzfristig durch Kapitäne bzw. Offiziere anderer Nationen zu ersetzen – oder umgekehrt.

8. REISEPAPIERE
Ein gültiger Reisepass ist für alle Frachtschiffreisen, auch innerhalb der EU, erforderlich! Aufgrund der erhöhten internationalen Sicherheitsvorschriften haben die Hafenbehörden das Recht, den Reisepass zu kontrollieren. Einige Länder fordern eine sechsmonatige, in Ausnahmen sogar zwölfmonatige Gültigkeit des Reisepasses ab Einreisedatum.

Falls für Ihre Reise notwendig, haben Sie rechtzeitig vor Beginn der Reise an Visa und Impfungen gedacht? Weitere Hinweise finden Sie in Ihrer Checkliste.

Viele außereuropäische Länder fordern bei der Einreise übrigens ein Rückreiseticket.

Ihren Reisepass händigen Sie dem Kapitän oder zuständigen Schiffsoffizier aus, er benötigt diese Unterlagen schon vor Verlassen des Hafens für die Behörden. Fragen Sie hier am besten auch gleich, ob die Auslaufzeit schon bekannt ist – und für den Fall, dass Sie noch einmal an Land möchten, wann Sie spätestens zurück sein müssen.

Frachtschiffpassagiere müssen in vielen Häfen vom Kapitän auf der Mannschaftsliste geführt werden. Für Mannschaftsmitglieder gelten andere Impfbestimmungen als für Touristen. Die Bestimmungen der Hafenbehörden weichen dann von den Bestimmungen der Länder ab. Bitte beachten Sie die Impfhinweise der Passagebeschreibungen Ihres Reiseveranstalters bzw. der Reederei.

9. KABINE
Sie werden sich nun in der Kabine einrichten. Und Sie werden sich die Frage stellen, wie es nun weiter geht. Für Bettzeug, Handtücher und Reinigungsmittel ist sicherlich schon gesorgt. Sonst fragen Sie den Steward oder ein Besatzungsmitglied danach.

Ein Kabinen-Stewardservice ist fast bei keiner Reederei üblich oder möglich und nicht im Preis inbegriffen. Der Passagier hält seine Kabine selbst in Ordnung. Dafür stehen die Hilfsmittel zur Verfügung. Auch wenn auf großen Schiffen ein Steward an Bord ist, hat dieser in der Regel einen Arbeitsbereich, der einen zusätzlichen Kabinenservice für Passagiere kaum zulässt. Er hält Messe und Gänge in Ordnung und betreut die Kabinen der arbeitenden Besatzung. Frachtschiffreisen sind heute nur zu akzeptablen Preisen möglich, wenn auf zusätzliches Personal wegen der Mitnahme von Passagieren verzichtet wird. Das ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass heute Frachtschiffreisen wieder möglich sind.

In einigen Häfen oder den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals findet ein „fliegender Wechsel“ der Passagiere statt. Während Sie von Bord gehen, stehen schon die Nachfolger an der Pier. Die Reedereien bitten meist darum, dass die Passagiere in solchen Fällen die Kabine schon rechtzeitig vor der Ankunft räumen. So hat ein Besatzungsmitglied die Möglichkeit, die Kabine rechtzeitig vor dem Eintreffen der neuen Gäste vorzubereiten. Man wird es Ihnen danken.

Im Hafen laufen ständig die Hilfsdiesel zur Stromerzeugung. Viele Passagiere lieben das beruhigende Brummen dieser Maschinen. Besonders geräuschempfindlichen Passagieren empfehlen wir, sicherheitshalber Ohropax mit auf die Reise zu nehmen.

10. GEHEIMTIPP
Übrigens, ein Geheimtipp zur Kabinentür: Sie werden später auf See bemerken, dass Ihre geschlossene Tür signalisiert „ich möchte niemanden sprechen“, die offene Tür aber: „hier darf mal jemand hereinschauen“. Während einer Reise hatte einer der Passagiere mal bei einer Wette mit dem 1. Ingenieur des Schiffes eine Flasche Whisky gewonnen, kam aber beinahe nicht in den Genuss, da er die stillen Zeichen der Tür nicht kannte. Der 1. Ingenieur sah fast keine Chance, die Buddel an den Mann zu bringen.

Sollten Sie Wert darauf legen, einen ganzen Tag lang ungestört zu sein, geben Sie der Besatzung nur einen kurzen Hinweis. So muss sich niemand Sorgen um Sie machen.

11. MAHLZEITEN
Die Mahlzeiten werden auf den meisten Schiffen in der Offiziersmesse eingenommen. Schauen Sie sich doch bald nach der Ankunft schon mal um, wo sich dieser Raum befindet.

Die Essens- und Kaffeezeiten auf den meisten Schiffen sind:

07.30 – 08.30 Uhr: Frühstück
10.00 Uhr: „Teatime“ (Tee oder Kaffee)
11.30 – 12.30 Uhr: Mittagessen
15.00 Uhr: Kaffee
17.30 – 18.30 Uhr: Abendbrot

Auf kleinen Schiffen mit begrenztem Platz in der Messe nimmt man die Mahlzeiten gelegentlich in zwei Gruppen ein. Man wird Ihnen die Zeiten an Bord nennen.

Auf einigen – meist kleineren – Schiffen ist die Ausstattung der Messe nach Seemannsart einfach. Da kann die Tischdecke schon mal aus pflegeleichtem Plastik oder der Zuckerbehälter ein ehemaliges Marmeladenglas sein. Es handelt sich eben um Messen auf Arbeitsschiffen – Seefahrt pur.

Sie nehmen an der normalen Bordverpflegung teil, welche auch Kapitän, Offiziere und Mannschaften ohne Unterschied bekommen. Tischwein ist auf Schiffen deutscher Reedereien nicht üblich, Kaffee zum Frühstück oder Tee zum Abendbrot jedoch schon. Der Koch muss nach einem Plan kochen, der es ihm erlaubt, bis zur nächsten Proviantlieferung für das Schiff möglichst gleichmäßig mit allen Dingen auszukommen.

Morgens und abends gibt es auf Schiffen deutscher Reedereien neben dem üblichen Brot, der Marmelade und dem Aufschnitt fast immer auch etwas Warmes.

Es gibt an Bord keine Kleiderordnung. Halbbekleidet sollte man aber zum Essen nun auch nicht unbedingt erscheinen.

Bitte geben Sie dem Koch rechtzeitig Bescheid, wenn Sie an einer Mahlzeit nicht teilnehmen möchten.

12. KINDER
Kinder müssen sich mehr bewegen als Erwachsene. Denken Sie aber bitte daran: auf dem Schiff herrscht ein Rund-um-die-Uhr-Betrieb. Bedingt durch das Wachsystem, müssen ein Teil der Besatzung und Offiziere auch tagsüber schlafen. Selbst lautes Sprechen in den Gängen kann dann schon stören.

13. SEEGANG
Seegang kann zu jeder Jahreszeit in allen Fahrtgebieten vorkommen, auch wenn kein Sturm herrscht. Seeleute und Passagiere richten sich darauf ein: Alle Türen auf dem Schiff lassen sich auch in geöffnetem Zustand festhaken. Achten Sie darauf, dass die Türen besonders während des Auslaufens und auf See gut eingehakt oder geschlossen sind, da sie sonst im Seegang schlagen.

Schon wenn Sie sich in der Kabine einrichten, sollten Sie alle Dinge so stellen und legen, dass diese für den Fall, dass das Schiff später schaukelt, nicht herunterfallen können. Die Mitnahme eines kräftigen Bandes etc. zum Festbinden des mitgebrachten Radios etc. ist gut. Auch wenn auf See das Wetter sehr ruhig ist, sollten Sie immer mit Auftreten von Seegang rechnen. Stühle lassen sich auf vielen Schiffen festsetzen. Man kann Ihnen die Vorrichtung dafür erklären.

Das Tragen von rutschfesten Schuhen ist vorteilhaft. Die Außendecks und Treppen sind bei Regen oder selbst bei Sonnenschein vom Salzwasserspray schnell rutschig. Wenn es stärker schaukelt, benutzen Sie besser die Innentreppen.

Die Außendecks können schmutzig sein. Die Mannschaft wird Ihnen dankbar sein, wenn Sie die an den Türen ausgelegten Fußmatten ausgiebig nutzen.

Fahrstühle gibt es auf Frachtschiffen sehr selten und Sie müssen Treppen über viele Decks bewältigen können. Sie sollten daher uneingeschränkt gehfähig und gesundheitlich fit für eine Seereise ohne Schiffsarzt sein.

Fragen Sie vor der Reise Ihren Arzt nach aktuellen Empfehlungen gegen Seekrankheit. Auch Zäpfchen können hilfreich sein. Bei den meisten Menschen vergeht die Seekrankheit, wenn sie überhaupt auftritt, sehr schnell wieder. Außerdem schaukeln Schiffe nicht immer. Man kann durchaus eine Reise von Europa über Afrika nach Nordamerika und zurück unternehmen und dabei drei Monate lang ein Glas auf dem Tisch stehen lassen, ohne dass es hinunterfällt.

14. FREIZEIT AN BORD
Passagieren empfehlen wir die Mitnahme eines Weltempfängers oder andere Unterhaltungsmöglichkeiten. Nur selten ist ein Radio, Fernsehen oder DVD-Player in den Kabinen vorhanden.

Auf den meisten Schiffen gibt es in der Offiziersmesse zusätzlich zum Fernseher ein DVD- oder Videogerät. So ist es auch weit draußen auf See möglich, einen Film zu sehen. Radio und Fernsehen haben auf hoher See bis auf wenige Ausnahmen keinen Empfang und sind in Küstennähe und in den Häfen gelegentlich gestört. Die Fernseh- und Videogeräte stehen normalerweise in der Offiziersmesse oder dem Offiziersaufenthaltsraum, also nicht in den Kabinen.

Stromversorgung: 220 V und die in Deutschland üblichen Schuko- bzw. Eurosteckdosen sind vorhanden. Abweichungen werden in den Passagebeschreibungen angeführt. Für die Radioantenne ist in vielen Kabinen eine übliche Antennensteckdose vorhanden.

Sie sollten ruhig auch eigene Bücher mitbringen, die Sie schon lange einmal lesen wollten.

Auf größeren Schiffen sind gelegentlich Schwimmbad und Fitnessraum für die Freizeit der Besatzung auf langen Reisen vorhanden, die Sie mitbenutzen können. Bei stärkerem Seegang ist die Benutzung des Schwimmbades nicht möglich. Das umliegende Deck kann durch über den Rand fließendes Wasser glatt sein. Also Rutschgefahr! Bitte gut aufpassen. Die Befüllung und Nutzung des Schwimmbades hängt von den Anordnungen des Kapitäns ab.

Die Bordschwimmbäder füllt man auf hoher See mit klarem Meerwasser. In den Häfen kann das Schwimmbad meist nicht nachgefüllt werden, durch Ruß und Staub verliert das dortige Wasser an Qualität. Sie haben ja im Gegensatz zur Besatzung mehr Chancen, sich an Land abzukühlen.

15. DIE KOMMANDOBRÜCKE
Der Besuch der Kommandobrücke ist generell möglich. Denken Sie aber bitte immer daran, dass die Brücke ein Arbeitsraum – man könnte fast sagen Büroraum – ist und die Offiziere bzw. der Kapitän dort neben der Wache auch telefonieren und wichtige Planungs- und Verwaltungsarbeiten erledigen müssen.

Auf vielen Schiffen ist außerhalb der Seestrecken (bei Kanalfahrten, Flussfahrten und Hafenansteuerungen) der Besuch der Brücke eigentlich nicht möglich. Scheuen Sie sich aber nicht, den Kapitän oder wachhabenden Offizier trotzdem danach zu fragen: ein freundliches Wort öffnet so manche Brückentür.

Die beste Aussicht ist nur halb so schön ohne ein gutes Fernglas. Da die Ferngläser auf der Brücke wichtige Arbeitsgeräte der Nautiker sind, können diese nicht an Passagiere verliehen werden. Falls Ihnen daran liegt, bringen Sie also bitte Ihr eigenes Fernglas mit.

Übrigens: Sollten Sie auf See die Brücke betreten, dann ist Anklopfen nicht üblich. Man grüßt – besonders in der Dunkelheit – gerade so laut, dass man verstanden – und bemerkt – wird und wartet in einer „toten Ecke“ erst mal ab, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. Meistens – und besonders wenn um das Schiff herum „etwas los ist“ – spricht man in gedämpftem Ton, so, dass das Ohr von Steuermann oder Kapitän immer noch den Sprechfunk wahrnimmt. Bei Nebel, Hafenansteuerungen und Flussfahrten kann Ablenkung besonders schnell unangenehme Folgen haben. Auf langen Seewachen hingegen freut sich mancher Seemann besonders über ein interessantes Gespräch.

16. DER KLEINE UNTERSCHIED
Frachtschiff und Passagierschiff verhalten sich etwa so zueinander wie Lastwagen und Luxusreisebus.

Der Passagier, der sich für ein Frachtschiff entschieden hat, kann naturgemäß in Bezug auf Service und Geräusche nicht das erwarten, was auf Kreuzfahrtschiffen geboten wird. Es muss z.B. auch mit mehr Rußentwicklung, insbesondere bei Hafenmanövern, gerechnet werden.

Der Kapitän eines Frachtschiffes ist aufgrund seiner Verantwortung für das Schiff, die Ladung und die Menschen an Bord in vielfältige Aufgaben eingebunden. Bitte haben Sie deswegen Verständnis, wenn er nicht persönlich für Sie als Ansprechpartner zur Verfügung steht – oft kann auch ein anderes Crewmitglied behilflich sein.

Es wird immer wieder danach gefragt, wie es sich mit Trinkgeld an Bord der Frachtschiffe verhält. Grundsätzlich müssen Sie an Bord kein Trinkgeld geben! Wenn Sie jedoch Besatzungsmitgliedern etwas zukommen lassen wollen, fragen Sie den Kapitän nach einer Gemeinschaftskasse oder Idee. Wir hörten, dass Passagiere zum Beispiel Videofilme oder DVDs für die Besatzung mitgebracht haben. Die meisten Besatzungsmitglieder sprechen übrigens englisch.

17. GEFAHRENZONEN
Meiden sollten Sie die Decks neben den Luken bzw. Laderäumen, solange im Hafen dort gearbeitet wird (erhöhte Unfallgefahr). Das gilt auch während des An- und Ablegens besonders für Vor- und Achterdeck, das sind die Plätze, an denen sich die Festmacheleinen befinden. Die Arbeit mit den schweren Leinen ist selbst für Seeleute nicht ungefährlich. Sehr gut beobachten können Sie alles von den höheren Decks der Schiffsaufbauten.

Während der Fahrt bei ruhiger See ist ein Aufenthalt auf dem Vorschiff ein besonderes Erlebnis. Auf den meisten Schiffen ist es aus Sicherheitsgründen üblich, sich auf der Brücke abzumelden, wenn Sie das Vorschiff aufsuchen möchten.

18. LANDGANG
In den meisten Häfen ist Landgang möglich. Örtliche Vorschriften, behördliche Anordnungen oder andere Umstände können jedoch dazu führen, dass in Häfen oder Ladeplätzen, die vom Schiff angelaufen werden, Landgang nicht möglich ist. Auch kann es vorkommen, dass ein Schiff auf der Reede (außerhalb des Hafens) warten muss oder dort sogar be- und entladen wird. Landgang ist dann gar nicht möglich oder kostet eventuell eine Extragebühr für das Wassertaxi.

Zur Dauer der Landgänge gibt es keine generellen Angaben. Sie können zwischen einigen Stunden und 1-2 Tagen je nach Fahrtgebiet, Schiff oder Ladungsaufkommen dauern. Die Dauer richtet sich nach der Ankunftszeit, der Menge der zu bearbeitenden Ladung, den Besonderheiten des Ladeplatzes und den zur Verfügung stehenden Kränen und Arbeitskräften. Der Kapitän kann deswegen erst bei Ankunft Zeiten nennen. Die Schiffe können auch nachts ein- und auslaufen.

Die Liegeplätze befinden sich nicht in allen Häfen dicht am Stadtzentrum, sondern oft weit draußen. Fragen Sie an Bord nach Tipps, wie Sie am besten in die Stadt kommen.

Erkundigen Sie sich vor dem Landausflug bei der Schiffsführung, wann Sie wieder an Bord sein müssen. Es wäre schade, wenn das Schiff ohne Sie weiter fährt. Das Schiff kann auf einzelne Personen nicht warten. Schreiben Sie sich die Bezeichnung des Liegeplatzes (eventuell in Landessprache) und für den Notfall die Adresse und Telefonnummer der Schifffahrtsagentur sowie die Schiffstelefonnummer auf. So „sichern Sie den Rückzug“. Hinterlassen Sie die Nummer Ihres Handys bei der Schiffsführung, damit Sie notfalls erreichbar sind.

Es gibt leider einige Häfen in der Welt, in denen die Kriminalitätsrate, bedingt durch große Armut in den Ländern, recht hoch ist. Das gilt besonders für von Touristen stark besuchte Plätze. In einigen Hafenstädten ist es vorteilhaft, Schmuck, Armbanduhren, Handtaschen etc. nicht offen zu tragen. Geld und Wertsachen sind besser aufgehoben in eng anliegenden Taschen der Kleidung. Seeleute verteilen ihr Geld für den Landgang an verschiedene Stellen. Zwar ist das Geld bei Rückkehr an Bord auch „alle“, aber wenigsten selbst ausgegeben.

Wenn Sie einen besonderen Wunsch haben, zum Beispiel einen Wagen im Hafen mieten möchten, dann geben Sie diesen Wunsch rechtzeitig an Bord bekannt. Man kann unter Umständen (aber nicht immer) die Hafenagentur bitten, für Sie Prospekte der örtlichen Firmen mitzubringen oder sogar den Wagen schon bestellen. zudem sind de Führerscheinvorschriften in den Ländern unterschiedlich.

19. LANGFINGER IN DEN HÄFEN
Zu schnell sind Langfinger am Werke, nicht nur in exotischen Häfen.

Einige Bemerkungen zu Ihrer Kabine: vergessen Sie in den Häfen möglichst nie, vor dem Verlassen der Kabine die Tür abzuschließen und die Fenster zu verriegeln. Auch wenn Sie während der Liegezeit im Hafen in der Kabine schlafen, sollten Sie die Tür von innen verriegeln. Um sich vor dem „schnellen Griff“ zu schützen, ist es auch gut, den Schrank, in dem Sie z.B. Ihren Fotoapparat aufbewahren, zusätzlich abzuschließen.

Auf See ist das alles nicht notwendig, Seeleute sind „ehrliche Häute“.

20. WERTSACHEN UND ZOLL
Wertsachen wie Schmuck, Geld oder Schecks geben Sie am besten gegen Quittung dem Kapitän zur Aufbewahrung, auf größeren Schiffen verfügt er über einen Safe. Bedenken Sie jedoch, dass auch der Inhalt des Tresors nur sehr begrenzt gegen Diebstahl etc. versichert ist.

Spirituosen, Tabak, Devisen, Fotoausrüstung und andere Wertsachen müssen bei Ankunft in den Häfen auf einer so genannten Zollliste deklariert werden. Fragen Sie im Einzelfall, was eingetragen werden muss, damit Ihnen der Zoll nicht böse ist, falls Sie etwas nicht aufgeführt haben. Nehmen Sie neuwertige Geräte mit auf die Reise, dann lassen Sie sich vom Zoll im Heimatland schon vor Antritt der Reise einen Vermerk geben oder führen die Kaufquittung mit. So werden Sie bei der Wiedereinfuhr keine Schwierigkeiten bekommen und eventuell Zoll dafür bezahlen müssen.

21. KANTINE
Getränke und Tabakwaren gibt es beim Kapitän oder Steward zu kaufen. Nicht immer kann das gleich an Ihrem Ankunftstag möglich sein, da eventuell die Räume vom Zoll versiegelt wurden oder im Hafen keine Zeit dafür ist. Es ist ratsam, eine Flasche Wasser für den ersten Durst mit an Bord zu nehmen.

Spirituosen sind nicht auf allen Schiffen zu bekommen. Wein und Pfeifentabak findet man selten, Bier ist dagegen auf den meisten Schiffen kein Problem. Die Kantinenwaren werden bar beglichen oder nach einem einfachen Ticketsystem an Bord abgerechnet. In jedem Falle sollten Sie für diese Dinge (und eventuelle Telefongespräche) genug Bargeld in Bordwährung mitführen, da an Bord EC-, Kreditkarten oder Travellers Checks nicht akzeptiert werden können.

Fotomaterial, Nähzeug, Seife und Zahnpasta, sowie eine kleine Menge Waschpulver sollten möglichst mit auf die Reise genommen werden. Wenn es beliebt, auch einige Kleinigkeiten zum Knabbern. Auf dem Schiff gibt es keinen Laden und der Weg zu einem Geschäft im Hafen kann weit sein.

22. WASCHEN
Eine Waschgelegenheit, das heißt Waschmaschine, Wäschetrockner, Trockenraum etc. finden Sie auf jedem Schiff. Die Benutzung ist bordintern geregelt. Fragen Sie einfach danach.

23. ZAHLUNGSMITTEL
Euro, US-Dollar und evtl. andere Devisen für die Landausflüge sollten Sie in kleinen Scheinen dabei haben. Wenn Sie nicht gleich die Möglichkeit haben, Ihr Geld in Landeswährung zu tauschen, kommen Sie mit kleinen Scheinen besser zurecht als mit großen Banknoten.

Wenn Sie außerhalb der Geschäftszeiten an Land gehen, bleiben nur die größeren Hotels der Stadt, in denen vielleicht getauscht wird. Deswegen ist es ratsam, für jedes anzulaufende Land die Devisenmenge mit auf die Reise zu nehmen, die Sie für einen ersten Landgang benötigen. In den meisten europäischen Ländern können Sie auch Landeswährung mit der EC-Karte an einem Automaten im Stadtzentrum bekommen.

Nicht in jedem Land ist der Tausch von Devisen in Landeswährung außerhalb der offiziellen Wechselstellen erlaubt und nicht alle Länder erlauben die Einfuhr von Devisen.

24. WIE VIEL GELD MITNEHMEN?
Oft kommt die Frage auf, wie viel Geld man mit auf die Reise nehmen soll. Diese Frage ist natürlich schwer zu beantworten, denn die Ansprüche der Passagiere sind völlig unterschiedlich. Es spielt ja eine Rolle, ob Sie lieber ein Taxi nehmen, mit dem Bus in die Stadt fahren oder sogar laufen, ob Sie gerne Restaurants besuchen oder sich während des Landausfluges lieber mit einem Imbiss zufrieden geben und abends an Bord essen, ob Geschenke mitzubringen sind oder nicht.

Eine Faustformel für den Fall, dass das ganz schwer einzuschätzen ist, lautet: Für jeden Hafen einfach das Doppelte der Summe mitnehmen, welche Sie bei einem Bummel durch eine Ihnen fremde Stadt in Deutschland ausgeben würden.

An Bord selbst benötigen Sie ja nur für Getränke aus der Kantine, Tabakwaren und eventuelle Telefongespräche vom Schiff aus ein „Taschengeld“ in Bordwährung.

25. KOMMUNIKATION
Das Benutzen der bordeigenen Kommunikationsmittel ist nur in Ausnahmefällen möglich. Die dafür anfallenden Gebühren werden an Bord vom Passagier direkt bezahlt.

Es ist daher ratsam, das eigene Handy mitzunehmen. Handys funktionieren allerdings nur im Küstenbereich und nicht in allen Ländern. Grundsätzlich besteht zwar technisch die Möglichkeit, auch auf hoher See mit dem eigenen Handy telefonieren zu können, das ist aber meist nur bei großen Passagierschiffen möglich, da diese über eine entsprechende Satellitenverbindung verfügen. Am besten informieren Sie sich vor Reisebeginn bei Ihrem Mobilfunkanbieter, in welchen Mobilfunknetzen im Ausland die Funktionsfähigkeit Ihres Handys gewährleistet ist.

Viele Passagiere nutzen im Ausland Internetcafés. Große Hotels und Postämter bieten oft die Möglichkeit bequem zu telefonieren oder Faxe und E-Mails zu verschicken.

Ein Internetzugang steht auf den Schiffen normalerweise nicht zur Verfügung.

26. RÜCKKEHR
Werden Sie zu Hause von Angehörigen erwartet oder werden Sie vom Schiff abgeholt, dann wird in der Regel seitens der Reederei bzw. des Reiseveranstalters darum gebeten, dieses selbst telefonisch von Bord aus zu organisieren. Sie haben an Bord immer noch die aktuellste Information und auch die Möglichkeit, den Angehörigen oder Bekannten eigene Wünsche und Änderungen schneller mitzuteilen.

Nicht, dass es Ihren Bekannten bzw. Verwandten so geht, wie es schon oft erlebt wurde: Diese waren aus Bayern angereist, um den Passagier in Hamburg am Ende der Reise abzuholen. Der Passagier war aber schon einen Tag vorher in Rotterdam ausgeschifft…

Nun haben Sie schon sehr viel über die Eventualitäten des Bordbetriebes erfahren.

Einer der größten Vorteile ist sicherlich, dass Sie sich jederzeit von der Arbeitswelt fernhalten können. Niemand wird Sie behelligen, wenn Sie sich auf das Sonnendeck zurückziehen und Ihr Buch lesen oder sich auf großen Schiffen im Schwimmbad abkühlen.

Sehr schnell werden Sie zur Besatzung ein herzliches Verhältnis aufbauen, auch wenn man sich in den ersten Stunden etwas verloren vorkommt. Das hat die Praxis immer wieder gezeigt, und das zeigen auch die vielen begeisterten Briefe der Kunden.

Die Reedereien bzw. Reiseveranstalter zeigen sich auch sehr erfreut darüber, wenn Sie nach der Rückkehr von der Reise einmal ganz kurz berichten, wie es Ihnen gefallen hat. Das hilft, spätere Interessenten richtig zu beraten und wird natürlich auch Ihnen zugutekommen, für den Fall, dass Sie eine weitere Reise auf dem Frachtschiff unternehmen. Die meisten Menschen, die einmal auf dem Frachtschiff mitgefahren sind, kommen immer wieder zur Seefahrt zurück.

Auch an Berichten und Bildern von den Reisen ist man meist sehr interessiert.

Weitere Informationen finden Sie in den Allgemeinen Bedingungen, den Prospekten und den Beförderungsbedingungen der Reedereien und Reiseveranstalter.

27. NICHT VERGESSEN:
– Reisepass auf Laufdauer prüfen, evtl. Visa beantragen
– Impfungen vornehmen lassen, falls erforderlich
– Bargeld, EC- bzw. Kreditkarten und evtl. Travellers Schecks
– Reiseversicherung abschließen
– in der Checkliste angeforderte Dokumente an die Frachtschiff-Touristik rechtzeitig zurücksenden
– persönliche Medikamente besorgen
– Reiseapotheke, Mittel gegen Reisekrankheit
– Post und Zeitungen ummelden
– Brötchen abbestellen
– Haustiere und Blumen unterbringen
– Reiseführer besorgen
– Sonnenbrille und Reservebrille
– persönliche Toilettenartikel
– Fön
– Sonnenschutzmittel
– Nähzeug und Schere
– Schreibzeug, Adressbüchlein
– Schuhpflegemittel
– Schuhe mit rutschfesten Sohlen
– Badesachen, Urlaubslektüre
– Handtuch, Badelaken
– Fernglas, Handy mit Ladegerät
– Weltempfänger mit Antennenkabelstück & Antennenstecker
– Foto- oder Videoausrüstung mit Ladegerät
– leichte Kopfbedeckung für die Tropen
– Windjacke
– Reisewecker, kleine Taschenlampe
– Getränke für den ersten Tag
– kurz vor Reisebeginn Fahrkarten besorgen und eventuell Hotel buchen
– Tickets
– mögliche Adressen und Telefonnummern für die Zeit vor der Abreise an die Frachtschiff-Reederei bzw. den Reiseveranstalter bzw. Ihre Buchungsstelle senden

28. ALLGEMEINE HINWEISE ZU FRACHTSCHIFFREISEN
Es handelt sich in der Regel nicht um Pauschalreisen. Die Reedereien sind meist nur Beförderer.

Die Verpflegung ist im Kabinenpreis enthalten. Der Passagier nimmt an der normalen Bordverpflegung in der Offiziersmesse teil.

Bei allen Frachtschiffreisen – auch innerhalb Europas – benötigen Sie immer einen gültigen Reisepass. Bei vielen Reisen muss dieser auch noch sechs Monate über die Reisezeit hinaus gültig sein.

Überarbeit (Hand gegen Koje) oder Mitarbeiten an Bord ist heutzutage nicht mehr möglich. Normale Arbeit auf Seeschiffen vermitteln die Arbeitsämter der Küstenländer.

Ihr Haustier können Sie leider nicht auf eine Frachtschiffreise mitnehmen.

Die bei den Preisen aufgeführte Deviationsversicherung ist eine Spezialversicherung für den Ausnahmefall, dass das Schiff Ihretwegen von der Route abweichen muss. Die Versicherung deckt Charterausfall und Brennstoffkosten der Reederei.

Die Liegezeiten in den Häfen sind sehr unterschiedlich. Sie variieren je nach aktueller Ladungsmenge und können daher nicht im Voraus angegeben werden.

Fracht-, PKW- oder Motorradmitnahme ist zum Teil möglich, die Reedereien bzw. Reiseveranstalter vermitteln jedoch in der Regel ausschließlich die Kabinen. Für die Fracht sind die Frachtagenturen der Schiffe zuständig. Sie koordinieren Ihre Ladung, Pkw, Wohnmobil oder Motorrad dann selbst auf die von Ihnen gebuchte Abfahrt. Auch internationale Speditionen (in Ihrer Nähe z.B. über Gelbe Seiten oder im Internet) geben Auskunft.

Aus gegebener Veranlassung muss darauf hingewiesen werden, dass weder die Reedereien noch die Reiseveranstalter für Kosten aufkommen, die aus zeitlicher Verschiebung der Abfahrten entstehen (z. B. zusätzliche Hotelübernachtung etc.). Mit solchen Verschiebungen, die gelegentlich sehr kurzfristig vor Einschiffung entstehen, muss grundsätzlich bei Frachtschiffreisen gerechnet werden. Ladung, Hafenarbeitszeiten, Schleusenzeiten, Wind und Wetter können diesbezüglich starke Einflüsse ausüben.

Nicht nur in den Wintermonaten sind gelegentlich Routenabweichungen notwendig um die Fahrpläne einzuhalten. Die Reedereien weisen darauf hin, dass in Ausnahmefällen auch bei Anlaufen eines Nachbarstaates die Ein- oder Ausschiffung als zumutbar betrachtet wird. In diesen Fällen übernehmen Reederei oder Vermittler keine Beteiligung an Anfahrts-, Übernachtungs- oder Heimfahrtkosten etc.

Auf einigen Schiffen ist der Aufenthalt auf der Brücke begrenzt und auf den Revierfahrten sowie beim Anlaufen von Häfen aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Denken Sie bitte auch daran, dass das Wetter auf See nicht nur gut sein kann. Besonders im Winter, gelegentlich aber auch im Sommer, kann das zu starken Schiffsbewegungen führen.

Auf einigen größeren Schiffen sind Bordschwimmbäder vorhanden, diese können wegen kalten Wetters oder aus Stabilitätsgründen nicht immer mit Wasser gefüllt werden.

Zusammen mit den Buchungsunterlagen bekommen Sie von der Reederei bzw. dem Reiseveranstalter den „Bordbrief“, eine Sammlung von zusätzlichen allgemeinen Informationen für Gäste auf Frachtschiffen. Sie finden darin zum Beispiel Hinweise auf übliche Essenszeiten an Bord, Kleidung, Zahlungsmittel, Landgang etc. Im Allgemeinen ist nach Lektüre des Bordbriefes kaum noch eine Frage offen.

Außerdem erhalten Sie mit den Buchungsunterlagen für europäische Einschiffungshäfen einen Hafenplan und genaue Hinweise zur Einschiffung. In vielen Fällen bekommen Sie auch einen Schiffs- oder Kabinenplan zusammen mit der Buchungsbestätigung zugesandt.

Allgemein gilt zu Visa und Impfungen: Unbedingt sind alle Impfungen durchzuführen und sämtliche Visa zu beschaffen, falls für die von Ihnen ausgesuchte Passage notwendig. Auch wenn kein Landgang geplant ist! Bitte beachten Sie dazu die entsprechenden Hinweise in den Passagebeschreibungen.

Bei der Buchung erhalten Sie in der Regel Hinweise und Konsulatsadressen. Sie selbst müssen jedoch z. B. mit den Botschaften absprechen, welcher Visumstyp speziell für Ihre Person in Frage kommt. Die Reedereien möchten keine Verzögerungen oder Kosten durch fehlende Visa oder Impfungen.

Besonderheit bei USA-Reisen: alle Personen, die mit einem Frachtschiff in die USA einreisen, benötigen ein Visum. Die Reedereien bzw. Reiseveranstalter halten in der Regel ausführliche Informationen zur Visabeantragung für Sie bereit.

Es muss noch einmal deutlich gemacht werden, dass Reisen auf Frachtschiffen in keiner Weise mit Reisen auf Passagierschiffen zu vergleichen sind. Es handelt sich hier um Schiffe, die ausschließlich zum Zwecke der Beförderung von Ladung eingerichtet und eingesetzt sind und die sich den Gesetzen und Besonderheiten der Ladungsbeförderung völlig unterwerfen.

Auf diesen Schiffen wurden je nach Gegebenheit 1-8 Plätze geschaffen, um es Passagieren zu ermöglichen, Seefahrt hautnah und ungeschminkt zu erleben und somit einen einmaligen Einblick in wirkliche Seefahrt zu bekommen.

 

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Karin Stöhr aus Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz.
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