BIO – wirklich besser und gesünder? – Ein Ratgeber

Immer wieder stellen sich die Verbraucher die gleichen Fragen zu BIO-Lebensmitteln. Nachfolgend ein paar Antworten zu den gängigsten Unklarheiten:

BIO-Lebensmittel besser für die Umwelt?
Mit dem Kauf von Bio-Lebensmitteln beweist man Verantwortung. Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Düngemittel werden Umwelt und Grundwasser geschont. Eine biologische Landwirtschaft beachtet die traditionelle Fruchtfolge auf den Feldern, um ohne Dünger optimale Ernteergebnisse zu erzielen. Bio-Bauern verwenden beim Anbau alte, robuste Obst- und Gemüsesorten. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt. Nachhaltigkeit zeigt sich auch in artgerechter Tierhaltung und ökologischer Fütterung sowie in dem Verzicht auf vorbeugenden Einsatz von Tiermedizin.

Aber: Auch Bio-Exoten wie Limetten oder Erdbeeren und Blaubeeren zu Weihnachten sind weit gereist und belasten so das Klima. Durch den Kauf von saisonalem und regionalem Obst und Gemüse können Sie eine solch schlechte Klimabelastung vermeiden. Außerdem schmecken frisch geerntete Früchte mit kurzen Transportwegen besser, da sie ausgereift sind! Und ganz nebenbei stärken diese Lebensmittel auch die Region, in der auch Sie zu Hause sind.

Warum ist BIO immer teurer?
Rohstoffe in Bio-Qualität, die der Landwirt kauft (z. B. Saatgut), sind in der Anschaffung teurer. Durch den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel müssen Unkräuter mechanisch bekämpft werden. Das bedeutet in der Praxis einen höheren Arbeitsaufwand und Personaleinsatz als in der konventionellen Landwirtschaft. Bioprodukte sind außerdem in der Regel keine Massenware und werden auf kleineren Bio-Betrieben produziert. Insgesamt ist die Produktion zeitintensiver. Für die Gebühren der vorgeschriebenen Kontrollen kommen die Bauern zudem selber auf.

BIO-Lebensmittel gesünder?
Im direkten Vergleich konnten wissenschaftliche Studien bisher nicht zeigen und beweisen, dass Menschen, die sich ausschließlich von Bio-Produkten ernähren, gesünder sind, als diejenigen, die konventionelle Ware konsumieren. Auch die Inhaltsstoffe unterscheiden sich nicht wesentlich.

Bio-Milch unterscheidet sich in der Nährstoff-Zusammensetzung kaum von der herkömmlich produzierten. Da Bio-Kühe in der Regel weniger mit Mais und Kraftfutterrationen, sondern deutlich mehr mit Gras gefüttert werden, ist das Milchfett aus „günstigeren“ Fettsäuren zusammengesetzt. Konventionelle Milch aus Grünlandregionen wie Norddeutschland, in denen Kühe vorwiegend im Freien gehalten werden, liefert jedoch eine ebenso gute Zusammensetzung.

Beim Anbau von Obst und Gemüse dürfen Bio-Bauern keine chemisch-synthetischen Düngemittel einsetzen. Die Lebensmittel aus Bio-Anbau enthalten so weniger Nitrat und – wenn überhaupt – nur äußerst geringe Rückstände von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, die aus der Belastung der Umwelt mit solchen Stoffen entstehen. Da auf die Düngung verzichtet wird, wächst ökologisch angebautes Obst und Gemüse langsamer. In vielen Sorten ist der Wasseranteil deshalb geringer und der Geschmack intensiver.

Was den Gesundheitswert der Lebensmittel angeht, lohnt sich auch bei Bio ein Blick auf die Zutatenliste. Lebensmittel mit vielen gesättigten Fetten und Zucker sind in Mengen nicht empfehlenswert. Eine Bio-Tiefkühl-Pizza ist kein Schlankmacher.

Woran erkennt man BIO-Lebensmittel?
Die einheitliche europäische Kennzeichnung für Bio-Produkte nach der EU-Ökoverordnung ist das Grüne Blatt. Das deutsche sechseckige Bio-Siegel können Hersteller zusätzlich für deutsche Bio-Produkte verwenden. Auf vielen Lebensmitteln sind daher beide Siegel zu sehen. Einige Verbände wie demeter, Bioland oder Naturland vergeben weitere Siegel mit eigenen Kriterien.

BIO steht drauf. – Ist auch tatsächlich BIO drin?
Die Begriffe „Bio“ und „Öko“ sind gesetzlich geschützt. Lebensmittel, die diesen Aufdruck tragen, unterliegen den strengen Kriterien der EU-Öko-Verordnung. Diese Vorschriften gelten für die gesamte Produktion und werden von Öko-Kontrollstellen mindestens einmal jährlich überprüft. Ein Bio-Brot darf also nur dann „Bio“ heißen, wenn sowohl die Getreideproduktion als auch die Brotherstellung laut Bio-Verordnung erfolgt sind.

Welche Vorteile bieten BIO-Produkte?
Bio-Brühe oder Bio-Nudelsauce? Ein großer Pluspunkt von verarbeiteten Bio-Lebensmitteln: Für die Herstellung sind nur wenige Zusatz- und Hilfsstoffe erlaubt. Künstliche Färb- oder Konservierungsstoffe sowie Geschmacksverstärker dürfen gar nicht verwendet werden. Von Vorteil ist dies besonders für Allergiker oder Personen, die empfindlich gegenüber bestimmten Zusatzstoffen sind.

 

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Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Dietmar Krümmel aus Wesenstedt in Niedersachsen (NI / NDS).
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