Adventskalender in England

1. Dezember: Dieses Jahr können Sie die Adventszeit länger genießen. Denn Ihr Adventskalender versüßt Ihnen nicht nur die Tage bis zum Fest, sondern gar bis Silvester! Und das natürlich auf die feine englische Art – mit vielen landestypischen Bräuchen …

2. Dezember: Hat es an Ihrer Tür geklingelt? Machen Sie ruhig auf: Vielleicht sehen dort ein paar Kinder, die von Haus zu Haus gehen und zauberhafte „Christmas Carols“ (alte englische Weihnachtslieder) singen. Wie zum Beispiel „Silent Night“, die englische Version von „Stille Nacht“.

3. Dezember: Ganz England ist jetzt schon im Weihnachtsrausch. Anders als in Deutschland werden die englischen Wohnzimmer zur Weihnachtszeit mit Stechpalme, Lorbeer, bunten Girlanden und die Türrahmen mit Misteln dekoriert.

4. Dezember: Wer unter einem dieser Mistelzweige, dem Sinnbild des Friedens und der neu erwachenden Natur, steht, darf nach englischer Tradition übrigens geküsst werden. Günstig aufgehängte Mistelzweige bieten somit ungeahnte Möglichkeiten …

5. Dezember: Englands Eingangstüren und Fenster werden mit Kränzen aus Christdorn geschmückt. Diesen ursprünglich amerikanischen Brauch haben die Engländer übernommen. Der Christdorn wird „holly tree“ genannt, woraus sich wahrscheinlich das englische Wort „holy“ (= heilig) entwickelt hat.

6. Dezember: Während in Deutschland Nikolaus gefeiert wird, verkürzt man sich in England mit köstlichen Leckereien das Warten auf das Weihnachtsfest – zum Beispiel mit „sausage rolls“, würzigen, mit Würstchen gefüllte Teigtaschen.

7. Dezember: Wussten Sie, dass im Dezember die Geschäfte in England sogar an Sonntagen öffnen? Da klingelt nicht nur die Kasse – auch die Stressgeplagten kommen so in aller Ruhe zum „Christmas Shopping“.

8. Dezember: Haben Sie schon ein „Mince Pie“ vernascht? Dieses traditionelle Gebäck mit gehackten Trockenfrüchten gehört in die englische Weihnachtszeit wie bei uns der Christstollen. Probieren Sie es doch auch einmal aus: Hier das passende Rezept:

MINCE PIES (fruchtig gefüllte Mürbeteigplätzchen)

Zutaten für den Mürbeteig:

  • 250 g Mehl
  • 125 g kalte Butter
  • 1 Prise Salz

Zutaten für die Füllung (Mincemeat):

  • 100 g Butter
  • je 100 g Korinthen + Rosinen, gewaschen
  • 100 g kandierte Zitrusschalen, gehackt
  • 100 g säuerliche Äpfel, geschält, entkernt + gehackt
  • 50 g Zucker
  • Saft + Schale von 1 unbehandelten Zitrone
  • 4 EL Weinbrand
  • je ½ TL Zimt, Muskat, Piment + Nelken
  • Salz + schwarzer Pfeffer
  • 1 Eigelb

Zubereitung:

  • Mehl und die in kleine Stücke geschnittene Butter zu Streuseln zusammenkneten.
  • 3 EL Wasser dazugeben und einen Kloß formen.
  • Ist der Teig zu krümelig, noch etwas Wasser dazugeben.
  • Mit Mehl bestäubt und in Frischhaltefolie eingeschlagen 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  • Für die Füllung alle Zutaten – mit Ausnahme des Eigelbs – mischen und die Mischung mehrere (mind. 1-2) Stunden stehen lassen; gelegentlich umrühren.
  • Den Backofen auf 220 °C vorheizen.
  • Mehrere (etwa 12) Förmchen von etwa 6 cm Durchmesser einfetten. Den Teig dünn ausrollen und Kreise ausstechen. Je nachdem wie viele Förmchen Sie verwenden, benötigen Sie die gleiche Anzahl kleiner Teigkreise von jeweils 8 cm und 6 cm Durchmesser. Die größeren Kreise in die Förmchen drücken, jeweils 1 gehäuften TL Mincemeat daraufgeben und mit den kleineren Teigkreisen bedecken.
  • Keine Förmchen zur Hand? Dann einfach die großen Teigkreise auslegen, Füllung in die Mitte geben, kleine Teigkreise darauf – und den Rand fest zusammendrücken!
  • Aus den Teigresten Sterne oder andere Zierformen ausstechen und auf die Teigdeckel legen.
  • Mit Eigelb bestreichen.
  • Die Mince-Pies etwa 10 Min. im Ofen backen.
  • Warm mit Buttersauce, Schlagsahne und Weinbrandbutter servieren.

9. Dezember: In England wird in der Weihnachtszeit jedem Gast solch ein „Mince Pie“ gereicht. Was schnell ein ordentliches Kalorien-Sümmchen bringen kann, stattet man sich doch in dieser Zeit besonders gerne Besuche ab …

10. Dezember: Und noch eine englische Sitte: Mit Feuereifer verschickt man untereinander unglaubliche Mengen an Weihnachtskarten, die von den Empfängern auf einer Schnur in der guten Stube aufgehängt werden. Mal sehen, wer mehr Post bekommen hat …

11. Dezember: Haben Sie einen Kaminsims? Auch das ist in England ein typisches Plätzchen für die vielgeliebte Weihnachtspost. Ebenso für die traditionellen Socken (sogenannte „Christmas Stockings“), die „Santa Claus“ mit kleinen Präsenten füllt – aber dazu später mehr.

12. Dezember: Während der gesamten Adventszeit ist Kultur in England angesagt: Die ganze Familie strömt ins Theater, wo „Pantomimes“ aufgeführt werden – tumultartige, humorvolle Märchenaufführungen über Gut und Böse mit Musik, Tanz, Komikern und Zauberern.

13. Dezember: Bei diesen witzigen „Pantomimes“ agiert auch das Publikum nach Leibeskräften mit: Es wird lauthals gelacht, ge“ooht“ und ge“aaht“ und sogar böse gezischt, wenn der Tunichtgut auftaucht – also rundum ein vorweihnachtlicher Spaß für Groß und Klein!

14. Dezember: Genau der richtige Zeitpunkt, um es sich so richtig mit selbst gebackenen Plätzchen gemütlich zu machen. Gerade keine zur Hand? Wie wäre es denn mal mit Gingerhearts (Ingwerherzen)? Hier das Rezept:

GINGER HEARTS (Ingwerherzen)

Zutaten:

  • 60 g Butter
  • 120 g brauner Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 TL Ingwerpulver
  • 1 TL Gewürzmischung (z. B. Lebkuchen)
  • 1 TL Zimt
  • 180 g Mehl
  • 1 EL Ahornsirup

Zubereitung:

  • Mehl, Salz, Gewürzmischung, Ingwerpulver und Zimt miteinander vermischen.
  • Butter und Zucker in einer Schüssel glatt rühren und die zuvor vermischten Zutaten hinzufügen.
  • Zum Schluss den Ahornsirup unterrühren, so dass sich ein glatter Teig bildet.
  • Teig auf bemehlter Fläche ca. 5 mm dick ausrollen.
  • Herzen ausstechen und auf ein gefettetes Backblech legen.
  • In den vorgeheizten Ofen auf die mittlere Schiene schieben.
  • Die Gingerhearts bei 180 °C im Ofen ca. 15 Min. backen.

15. Dezember Allmählich wird es Zeit, ein wenig über den Weihnachtsbaum zu plaudern: Etwa 10 Tage vor Weihnachten wird eine prächtige Tanne in Englands Häusern aufgestellt. Geschmückt wird sie allerdings erst an Heiligabend.

16. Dezember: Der erste englische Christbaum wurde 1841 vom deutschstämmigen Prinz Albert von Sachsen-Coburg für seine Frau, Königin Viktoria, geschmückt. Er dekorierte ihn in seiner gewohnten deutschen Art, jedoch kamen bald englische Bräuche auf: …

17. Dezember: … Weihnachtskarten wurden als Dekoration aufgehängt und kleine Kerzen steckten zwischen den Zweigen. Auch Bonbons und gefüllte Zuckerpflaumen sowie ein Engel auf der Spitze sind inzwischen typisch für einen traditionellen englischen Christbaum.

18. Dezember: Schon bald hängen all überall in England wieder Socken („Christmas Stockings“) am Kaminsims. Denn in der Nacht zum 25.12. kommt „Santa Claus“ auf seinem Rentierschlitten durch den Kamin ins Haus und steckt in jeden Strumpf ein kleines Geschenk hinein – die großen legt er unter den geschmückten Weihnachtsbaum.

19. Dezember: Und damit man den guten alten Mann noch gütiger und spendabler stimmt, stellt man ihm zur Belohnung ein symbolisches Gläschen Sherry und ein „Mince Pie“ auf die Fensterbank. Rudolph, sein Rentier, bekommt natürlich eine Möhre.

20. Dezember: Auch der Weihnachtsschmaus verdient mehr als nur ein paar Worte, denn die herrlichsten Sachen stehen auf Englands Tafeln: So dürfen weder „Gregor“, der mit Brot und Hackgemisch oder Äpfeln und Pflaumen gefüllte Truthahn, noch der flambierte Plumpudding oder Eierpunsch fehlen.

21. Dezember: Der aus Früchten, Rosinen, Nierenfett und Gewürzen zubereitete Plumpudding verbirgt normalerweise noch eine Überraschung: eine Münze. Für denjenigen, der diese beim Essen findet, geht angeblich ein Wunsch in Erfüllung …

22. Dezember: Doch ehe zu Messer und Gabel gegriffen wird setzen sich die Engländer erst noch Papierhüte auf und lassen Knallbonbons (sog. „Chrsitmas Crackers“) platzen, in denen sich kleine Überraschungen wie weise Sprüche oder symbolische Gegenstände befinden.

23. Dezember: Am Nachmittag des Weihnachtstages versammelt sich die ganze Familie vor dem Fernseher, um ganz traditionsbewusst der Ansprache der Queen zu lauschen.

24. Dezember: Heiligabend! Sehr besinnlich in Deutschland, sehr alltäglich und dennoch fröhlich in England: Dort ist der 24. Dezember ein normaler Arbeitstag, den man jedoch ganz gemütlich im Pub ausklingen lässt …

25. Dezember: „Merry Christmas!“ Vor allem die Kinder können es kaum erwarten: Voller Vorfreude stürmen sie am Morgen ins Wohnzimmer, bestaunen erstmalig den bunt geschmückten Baum mit brennenden Kerzen und plündern fröhlich die Socken am Kamin – was für ein Fest!

26. Dezember: Heute, am „Boxing Day“, taumeln Leute von Besuch zu Besuch und von Essen zu Essen. Auch werden Spenden wie Geld oder Geschenke an wohltätige Organisationen, Bedürftige und Dienstleistungsangestellte überreicht.

27. Dezember: Der Ursprung des „Boxing Day“ könnte im Mittelalter zu finden sein, als Lords und Ladies ihren Bediensteten am 26. Dez. Geschenke (boxes) übergaben. Oder er ist von Priestern geprägt, die den Inhalt ihrer Kollekte („charity boxes“) an diesem Tag den Armen spendeten.

28. Dezember: Weihnachten ist wieder mal vorbei – und die Vorbereitungen für Silvester laufen auf vollen Touren. In England werden nun eifrig dreieckige, mit Hackfleisch gefüllt Törtchen gebacken, die am Neujahrstag an Nachbarn und Freunde verschenkt werden.

29. Dezember: An Silvester selber, pünktlich um Mitternacht, verabschiedet man das alte Jahr mit dem berühmten Lied „Auld Lang Syne“, uns besser bekannt als „Nehmt Abschied Brüder“. Stoßen Sie doch mal mit einem englischen Silvesterpunsch an – hier das Rezept:

SILVESTERPUNSCH

Zutaten:

  • – 1 L schwarzer Tee
  • – 1 L Rotwein
  • – 400 g Zucker
  • – 1 Zimtstange
  • – 5 Gewürznelken
  • – 1 Prise Muskat
  • – ¼ L Rum
  • – 3 Orangen
  • – 2 Zitronen

Zubereitung:

  • Rotwein mit Zucker, Zimt und Gewürznelken sowie Muskat aufkochen.
  • Tee dazugeben.
  • Orangensaft, Zitronensaft und Rum einrühren.

Und dann: „Cheerio!“

30. Dezember: So richtig spannend wird es nach Mitternacht, beim „First Footing“. Ist der erste Gast, der über die Schwelle tritt, ein „Dark Man“, also dunkelhaarig bzw. dunkel gekleidet? Wenn ja, dann bringt er für das gesamte neue Jahr Glück ins Haus!

31. Dezember: Hurra – endlich Silvester! Begrüßen Sie das neue Jahr mit buntem Konfettiregen und einem herzlichen Neujahrswunsch der feinen englischen Art: „HAPPY NEW YEAR!“

Christmas-Quiz:
Worunter darf nach englischer Tradition während der Weihnachtszeit geküsst werden?
a. unter Mistelzweigen
b. unter dem Weihnachtsbaum
c. im Türrahmen

An welchem Tag feiern die Engländer traditionell den „Boxing Day“?
a. am 6. Dezember
b. am 3. Advent
c. am 26. Dezember

Wie heißen die berühmten englischen Weihnachtslieder?
a. Christmas carols
b. Christmas stories
c. Christmas songs

Wann wurde offiziell der erste geschmückte Christbaum in England aufgestellt?
a. 1792
b. 1841
c. 1899

Auf wen hofft man an Silvester nach Mitternacht als ersten Gast?
a. die „Dark Lady“
b. die Queen
c. den „Dark Man“

(Antworten: a + c + a + b + c)

 

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Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Max Schiffer aus Wolfsburg in Niedersachsen.
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