Blasenschwäche – 10 gute Tipps als Hilfe

Unwillkürlicher Urinverlust oder andauernder Harndrang? Blasenschwäche ist für viele Betroffene eine unangenehme Belastung im Alltag.

Das Unvermögen, Urin in der Blase zu speichern und selbst Ort und Zeitpunkt der Entleerung zu bestimmen, führt bei vielen Patienten zu einer geminderten Lebensqualität bis hin zur sozialen Isolation. Aus einem – völlig unbegründeten – Schamgefühl heraus hüllt sich ein Großteil der von einer Blasenschwäche Betroffenen in Schweigen – und das hindert sie daran, aktiv dagegen vorzugehen. Denn ja, es gibt Mittel und Wege, eine Blasenschwäche zu lindern.

Tatsächlich gibt es viele Formen der Blasenschwäche. Die meisten Männer und Frauen jedoch leiden unter einer Belastungsinkontinenz. Sie verlieren durch Druck im Beckenbodenbereich Urin – etwa durch schweres Heben, aber auch beim Niesen und Lachen. Bei der zweithäufigsten Form der Blasenschwäche – sie wird Dranginkontinenz genannt – verspüren die Betroffenen einen extrem starken und unvermittelt auftretenden Harndrang. Oft setzt der Druck derart prompt ein, dass sie es nicht mehr rechtzeitig zur Toilette schaffen.

Manche Menschen sind von beiden der oben beschriebenen Varianten betroffen – sie leiden unter einer sogenannten Mischinkontinenz. Wie dem auch sei: Es ist wichtig, dass der Arzt herausfindet, um welche Form von Inkontinenz es sich bei dem Patienten handelt – zum einen, um die Ursache zu eruieren; zum anderen, um eine individuell angepasste Therapie zu definieren. Und die ist in vielen Fällen erfolgreich. Gleichzeitig kann jeder Betroffene im Alltag eigene Maßnahmen ergreifen, um seine Blasenschwäche in den Griff zu bekommen.

  1. Tipp: Den Beckenboden trainieren. Oft genügen kleine Übungen, die sich ganz diskret in den Alltag integrieren lassen. So können Sie den Urinstrahl beim Toilettengang kurz unterbrechen – und damit den Schließmuskel der Harnröhre und die Muskulatur stärken. Auch beim Treppensteigen wird der Beckenboden automatisch mittrainiert.
  2. Tipp: Reduzieren Sie Ihr Gewicht, denn überflüssige Pfunde belasten den Beckenboden.
  3. Tipp: Die richtige Körperhaltung ist wichtig. Alle Bewegungen und Positionen, die den Rücken schonen, sind gut für den Beckenboden. Halten Sie sich aufrecht und tragen Sie schwere Gegenstände stets nah am Körper.
  4. Tipp: Treiben Sie regelmäßig Sport. Vermeiden Sie Sportarten, die den Beckenboden belasten (Aerobic, Joggen) und wählen Sie einen Sport, der den Beckenboden entlastet (Schwimmen, Yoga, Gymnastik, Walking).
  5. Tipp: Vermeiden Sie Verstopfungen. Heftiges Drücken beim Toilettengang beansprucht den Beckenboden und verstärkt die Blasenschwäche nur noch. Deshalb sollten sich Menschen mit Inkontinenz besonders ballaststoffreich ernähren. Hilfreich bei Blasenschwäche sind außerdem Kürbiskerne. Sie reduzieren ständigen Harndrang und stärken die Blasenmuskulatur. Auch Cranberrys sind zu empfehlen, denn sie verhindern das Festsetzen von Bakterien an der Blasenschleimhaut.
  6. Tipp: Viel Trinken! Ja, es mag widersprüchlich klingen, aber wer Probleme mit dem kontrollierten Wasserlassen hat, sollte unbedingt viel trinken. So werden die Harnwege durchgespült und Infektionen vermieden. Gleichzeitig gilt es, harntreibende koffeinhaltige Getränke und Alkohol zu vermeiden. Wichtig ist auch, die Blase an die vorhandene Füllkapazität zu gewöhnen. Menschen mit Blasenschwäche sollten ruhig regelmäßig ein WC aufsuchen, dem Harndrang jedoch nicht gleich nachgeben. Wer versucht, dem Druck zu widerstehen, gewinnt nach und nach die Kontrolle über seine Blase zurück.
  7. Tipp: Sorgen Sie für Entspannung. Bei häufigem Harndrang können Techniken wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung helfen, die Symptome stressbedingter Ursachen von Blasenschwäche zu lindern.
  8. Tipp: Rauchen Sie nicht! Chronischer Husten kann auf Dauer zu einer Schwächung der Beckenbodenmuskulatur beitragen und Harninkontinenz verursachen.
  9. Tipp: Blase völlig entleeren. Um zu vermeiden, dass sich die Blase gegen den eigenen Willen danebenbenimmt, sollte letztere beim Toilettengang vollständig entleert werden – ein leichtes Nach-vorne-Beugen kann dabei helfen. Ratsam kann es auch sein, beim Husten, Niesen, Bücken oder Lachen den Beckenboden leicht anzuspannen oder im Sitzen die Beine zu überschlagen. Mit Inkontinenzhilfsmitteln wird keinem auffallen, wenn Menschen mit Blasenschwäche im Alltag unverhofft Urin verlieren.
  10. Tipp: Ursachen vermeiden. Die Dranginkontinenz, die mit zunehmendem Alter an Bedeutung gewinnt, kommt durch eine starke Verspannung der Blasenmuskulatur zustande. Eine häufige, aber vermeidbare Ursache sind wiederholte Blasenentzündungen. Um Keimen das Eindringen in den Harntrakt zu erschweren, kommt es auf eine gute Intimhygiene an. Wichtig ist es außerdem, das Immunsystem zu stärken sowie Füße und Unterleib stets warm zu halten.

 

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Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Winfried Rosig aus Tübingen in Baden-Württemberg (BW).
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