Ratgeber zum Immobilienkauf – Gekauft wie gesehen

Werbung

Bei den meisten Kaufverträgen über gebrauchte Immobilien ist die Sachmängelhaftung ausgeschlossen. Vorbesitzer sind auch unter Umständen dennoch in der Verantwortung.

Es gibt Käufe, die wenig Freude bereiten und den Käufer teuer zu stehen kommen. Etwa wenn man eine Immobilie erwirbt, bei der sich hinterher Mängel zeigen. Oft erhält der Käufer keine Entschädigung. Grund: In fast allen Kaufverträgen über gebrauchte Objekte findet man die Klausel „gekauft wie gesehen” oder „gekauft wie es steht und liegt”. Sie bedeutet, dass der Verkäufer nicht für Mängel haftet. Ausnahme: Wesentliche Eigenschaften wie zum Beispiel das genannte Baujahr des Hauses, können nicht von der Gewährleistung ausgeschlossen werden. Gleiches gilt auch, wenn der Verkäufer den Käufer über einen Mangel arglistig täuscht. Mängel, die ein durchschnittlicher Käufer bei einer gründlichen Besichtigung der Immobilie ohne Sachverständigen hätte erkennen können, fallen allerdings nicht darunter. Hier muss sich der Käufer selbst schützen. Schadhafte Stellen am Putz oder schwer schließende Innentüren kann der Kaufinteressent zum Beispiel leicht selbst entdecken. Ansonsten muss er den Verkäufer fragen und kann sich auf dessen Auskünfte verlassen. Gravierende Mängel muss der Verkäufer sogar ungefragt (!) von sich aus offenbaren, zum Beispiel wenn Hausschwamm vorliegt.

 

Falschauskünfte beweisen

Bei einem Ausschluss der Gewährleistung im Vertrag haften Verkäufer vor allem dann noch, wenn sie falsche Aussagen zum Zustand der Immobilie gemacht haben oder über Mängel täuschen. Voraussetzung für eine Haftung ist, dass dem Verkäufer der Mangel bekannt war. Dies muss immer der Käufer beweisen, was oft sehr schwierig ist, so der Verband Privater Bauherren (VPB). Ein Bausachverständiger kann beauftragt werden, der ergründet, ob der Mangel schon vor dem Kauf bestanden hat. Ist über den Mangel vor Verkauf nicht gesprochen worden, stellt sich die weitere Frage, ob der Mangel offenbarungspflichtig war. Das entscheiden die Gerichte von Fall zu Fall und haben dabei Entscheidungsspielraum. Deshalb der Tipp: Bei Verkaufsgesprächen möglichst viel fragen und einen Zeugen mitbringen, der sich Notizen macht. So lassen sich Falschauskünfte später leichter beweisen.

 

Ein Beitrag unserer/s Leserin/s Bodo Grünert aus Putlitz in Brandenburg.
Ende des Beitrags 1-2017-253-2240

Werbung


Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*